Fischers Seniorenzentrum: Heimleiterin akzeptiert Strafbefehl

Erding - Die Leiterin des Fischer’s Seniorenzentrums ist ins Visier der Justiz geraten. Für das Vorenthalten von Sozialabgaben muss sie eine Geldstrafe in vierstelliger Höhe bezahlen.

Der Fall ist verworrener, als er sich zunächst anhört. Peter F., Sohn von Heimleiterin Claudia F. (Namen geändert), arbeitete das gesamte Jahr 2005 in einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis an der Pforte des Seniorenzentrums an der Haager Straße in Erding. Während dieser zwölf Monate wurden keine Versicherungsbeiträge an die Barmer Ersatzkasse abgeführt – und das wohl ohne das Wissen der Chefin. Im April 2008 bekamen Schwarzarbeit-Fahnder des Zolls einen Tipp und leiteten Ermittlungen ein. Der Verdacht erhärtete sich. Insgesamt entstand ein Schaden von 2900 Euro. Claudia F. unterrichtete den Geschäftsführer der Fischer’s Stiftung, Alfred Dreier.

Der nimmt die Heimleiterin nach Prüfung des Vorgangs in Schutz. „Das ist nicht ihr anzulasten.“ Vielmehr habe es die Verantwortliche in der Personalstelle „aus welchen Gründen auch immer“, so Dreier, versäumt, Peter F. anzumelden. Der Frau wurde im April vorigen Jahres wegen etlicher Verfehlungen gekündigt. Peter F. ist weiterhin dort beschäftigt – nun auf 400-Euro-Basis.

Juristisch verantwortlich für den Vorgang ist dennoch die Heimleiterin. Markus Brümmer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut, bestätigt Informationen unserer Zeitung, dass gegen Claudia F. wegen des Vorenthaltens und der Veruntreuung von Arbeitsentgelten ermittelt worden sei. Das Verfahren landete im Herbst beim Amtsgericht Erding, das ihr am 13. November einen dreiseitigen Strafbefehl zustellte. Diesen und die darin festgelegte Geldstrafe – es handelt sich um einen vierstelligen Betrag – hat Claudia F. akzeptiert. Damit ist die Gerichtsverhandlung, die für Anfang Februar anberaumt war, hinfällig. (ham)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Flughafen München im Corona-Schatten: Bilanz des Schreckens am Airport
Nach dem Abflachen der Corona-Pandemie wird am Flughafen München wieder geflogen. Die Bilanz des aktuellen Jahren ist die schlechteste seit Jahren.
Der Flughafen München im Corona-Schatten: Bilanz des Schreckens am Airport
Tui Fly: „140 000 Sitzplätze in die Sonne und zurück“
Der Ferienbeginn in immer mehr Bundesländern sowie in den angrenzenden Nationen lässt auch den Ferienflieger Tui Fly aus dem Corona-Loch kommen. Der für den Münchner …
Tui Fly: „140 000 Sitzplätze in die Sonne und zurück“
Luftfracht bricht um die Hälfte ein
Während des dreimonatigen Corona-Lockdown sind die Passagierzahlen am Münchner Flughafen zeitweise um 99 Prozent eingebrochen. Nicht ganz so verheerend wirkte sich die …
Luftfracht bricht um die Hälfte ein
Fraunberger Kita: Zwei neue Krippengruppen und eine größere Mensa
Die Erweiterung der Krippe im Kinderhaus St. Florian um zwei Gruppen steht schon seit längerer Zeit an. Am Dienstagabend verabschiedete der Gemeinderat Fraunberg …
Fraunberger Kita: Zwei neue Krippengruppen und eine größere Mensa

Kommentare