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2018 werden die ersten größeren Einheiten den Fliegerhorst verlassen, darunter auch der Stab.

Fliegerhorst ERding

2018 beginnt der Abzug

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Erding - Das Ende des Fliegerhorst wird konkreter: 2018 ist das Jahr des Abschieds. Dabei erfüllt die Luftwaffe im Norden Erdings weiter wichtige Aufgaben – in Deutschland wie im internationalen Einsatz. Was die Aktion Erbse betrifft, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Beim Neujahrsempfang am Mittwochabend im Casino sagte Kommandeur Markus Alder, dass ungeachtet aller früheren Reformen die Zahl der Soldaten wieder steigen werde. „Ich habe nicht geglaubt, dass wir darüber in so kurzer Zeit wieder öffentlich diskutieren“, sagte der Oberst. Als Grund für die Stärkung der Streitkräfte nannte er die vielfältigen sowie steigenden Aufgaben und Herausforderungen: die intensive und personalintensive Unterstützung der Flüchtlingshilfe sowie die Landes- und Bündnisverteidigung in aktuell 17 Aufträgen. Alder erinnerte an die Aufgaben in Syrien, Afghanistan, Afrika, im Nahen Osten und auf dem Balkan. In Kürze werde der Bundestag abstimmen, dass die Bundeswehr auch in Mali und im Irak aktiv wird. „Aktuell sind Erdinger Soldaten zum Beispiel in Incirlik im Syrieneinsatz und unterstützen dort die Tornado-Aufklärungsflüge.

Sehr konkret äußerte sich Alder zur geplanten Schließung des Fliegerhorsts. Er bestätigte die Verschiebung des finalen Datums von 2019 auf 2021, weil die neue Infrastruktur in Manching erst dann zur Verfügung stehe. Das gelte aber nur für das Instandsetzungszentrum 11 mit seinen Werkstätten und technischen Anlagen im hinteren Bereich des Fliegerhorsts.

In anderen Bereichen werde es deutlich schneller gehen, so der Standortchef: „Das Materialdepot hält an der ursprünglichen Planung fest und wird Ende 2018 aufgelöst. Bis dahin müssen hunderte Tonnen Material umverteilt werden.“

Weiter berichtete Alder, dass Anfang 2018 auch der Stab des Waffensystemunterstützungzentrums 1 nach Manching umziehen werde. Am Rande des Empfangs sagte der Standortälteste unserer Zeitung, dass es bereits einen konkreten Personal- und Raumbedarfsplan gebe. Dieser Umzug bedeute, dass es in Erding keine militärische Führung mehr gebe. Ungewöhnlich sei das nicht. „Ich bin jetzt auch für Einrichtungen verantwortlich, die weit entfernt liegen.“ Betroffene seien frühzeitig informiert worden. Wie lange der Warteraum Asyl Bestand habe, sei nicht absehbar. Der Einsatz von Soldaten dort ist dem Vernehmen nach befristet.

Über die Aktion Erbse bilanzierte Alder: „Der Advent 2015 war sehr erfolgreich, wir rechnen mit einem Erlös von rund 50 000 Euro. Das wären zehn Prozent mehr im Jahr zuvor“, sagte er unter großem Applaus. Er sicherte zu, „dass wir alles tun, dass es die Erbse heuer und 2017 gibt.“ Für die Zeit danach müsse man eine neue Lösung finden.

Tief besorgt zeigte sich der Kommandeur über die allgemeine Sicherheitslage. „Schon vor einem Jahr habe ich hier gesagt, dass wir uns vom Zustand des Frieden mit Anerkennung der Menschenrechte und Angstfreiheit leider weiter entfernt haben. Heute komme ich zu dem Schluss, dass die Situation eher schlechter geworden ist.“ Kriege hätten an Schärfe zugenommen, furchtbarer Terror sei wieder mitten in Europa angekommen. Auch auf die Flüchtlingsströme ging er ein. „Wir müssen immer offen sein für die, die Schutz suchen vor Krieg und Verfolgung. Da haben wir eine humanitäre Verantwortung und dürfen die Flüchtlinge nicht über einen Kamm scheren.“ Er forderte aber auch: „Menschen, die Angst oder Sorgen vor Überfremdung haben, dürfen wir nicht pauschal in die rechte Ecke stellen.“ Mehr denn je müssten die Errungenschaften des Rechtstaats bewahrt werden.

Dieses Thema griff Erdings Oberbürgermeister Max Gotz auf, nachdem die er vielfältigen Leistungen der Bundeswehr für die Region und die Flüchtlinge gelobt sowie das vertrauensvolle Miteinander gelobt hatte. Gotz rief die Bundesregierung deutlich dazu auf, „endlich einen Plan vorzulegen, wie es weitergehen soll“. Dies müssten Gemeinden, Landkreise und Länder wissen, um gemeinsam Lösungen zu finden.

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