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Gewartet und repariert werden die Maschinen der Air Berlin von der eigenen Technik-Tochter mit Hangars an der südlichen Startbahn. Hier wackeln durch die Insolvenz der Fluggesellschaft 240 Arbeitsplätze.

Air Berlin am Flughafen München

Wütend, enttäuscht, frustriert

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Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin dominiert seit Wochen die Schlagzeilen. Diskutiert wird vor allem die Übernahme. Über die betroffenen Menschen redet keiner. Mit ihnen auch nicht. Das empört die Air-Berlin-Techniker am Münchner Flughafen.

Flughafen - Das Weiß-Rot von Air Berlin gehört seit Jahren zum Moos-Airport wie der Besucherhügel. Die Maschinen prägen das Terminal 1. Hier gibt es eine eigene Technik-Station, die die Maschinen in verschiedenen Intervallen wartet. 240 hoch qualifizierte Arbeitsplätze gibt es in den Hangars an der südlichen Start- und Landebahn.

Diese 240 Menschen, die größtenteils im Flughafen-Umland wohnen, werden von Zukunftssorgen geplant. Sie wissen nicht, wie es mit ihnen nach einer Übernahme weitergeht. Am wahrscheinlichsten ist das Szenario, dass Lufthansa das größte Stück des Kuchens bekommt (siehe Kasten).

In ihrer Verunsicherung hat sich die Belegschaft Ende August an die Politik gewandt – an Ministerpräsident Horst Seehofer sowie an die Landräte Martin Bayerstorfer (Erding) und Josef Hauner (Freising/alle CSU)). Zwei Wochen später haben sich Wut und Enttäuschung dazugesellt. Denn eine Reaktion haben die Betriebsräte bislang nicht bekommen.

In ihrem ersten Brief hatte der Betriebsrat mitgeteilt, dass man „mit großer Sorge“ die Haltung der Bundesregierung bei der Abwicklung von Air Berlin verfolge. „Hier entsteht der Eindruck, dass im Zuge einer Aufspaltung des Konzerns einseitig Wirtschaftsinteressen verfolgt und unterstützt werden. Die soziale Schutzwürdigkeit der betroffenen Mitarbeiter sowie Erhalt und Transfer bestehender Arbeitsverhältnisse unter Beachtung der gesetzlichen und tariflichen Regeln findet hingegen offenbar keine Beachtung.“ Die Betriebsräte werfen der Lufthansa und der Bundesregierung vor, „die Übernahme von Air Berlin schon lange vorbereitet zu haben“.

Während für Piloten und Flugbegleiter bereits Stellen ausgeschrieben wurden, „gibt es für die Mitarbeiter am Boden bislang nicht einmal eine solche, wenn auch fragwürdige Perspektive in diesem Szenario“, empört sich stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Robert Kappes. Immerhin zähle Air Berlin Technik bundesweit 840 Mitarbeiter, 240 davon im Erdinger Moos. Kappes weist darauf hin, dass gerade die Techniker „,momentan zu einem nicht unerheblichen Teil dazu beitragen, dass der Flugbetrieb weiter zuverlässig und vor allem sicher aufrecht erhalten werden kann“.

Von Seehofer, Bayerstorfer und Hauner erbitten sie Unterstützung. Bis Freitag ohne Erfolg. Keiner der Drei schickte eine Antwort. „Bei uns herrschen tiefe Enttäuschung und Frustration“, teilte der Betriebsrat jetzt mit. Selbst auf eine Terminanfrage habe Seehofer nicht reagiert.

Betriebsvorsitzender Thomas Bodner erinnert daran, dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), mehr Einsatz für die Air-Berlin-Beschäftigten gezeigt und den Kontakt gesucht hätten. „Aber in Bayern sind 240 Mitarbeiter und ihre Familien anscheinend keinen Gesprächstermin wert“, ätzt Bodner in Richtung Staatskanzlei.

Am Flughafen selbst will man sich zumindest öffentlich noch nicht dazu äußern, wie es ohne Air Berlin weitergehen könnte. Wechselt die Flotte größtenteils unter die Fittiche der Lufthansa, erfolgt ein Umzug ins Terminal 2. Welche Folgen das für das Terminal 1, das demnächst beträchtlich erweitert werden soll, haben könnte, wagt derzeit niemand abzuschätzen.

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