Am Airport ging's um Leben und Tod

Flughafen - Es ging um Leben und Tod. Der Barmann einer Snackbar im Terminal 2 des Flughafens war hinter dem Tresen zusammengebrochen. Zwei Angestellte der Lufthansa holten den Mann ins Leben zurück.

Samstagmorgen, 6 Uhr: Ein Fluggast bestellt an der Bar im Terminal 2 des Flughafens München einen Kaffee. Der Mann hinter dem Tresen, dunkle Hautfarbe, Mitte 30, nimmt den Wunsch auf. Der Fluggast dreht sich weg und stellt seine Tasche auf den Boden neben sich. Als er wieder zur Bar schaut, liegt der Barmann auf dem Boden vor der Kaffeemaschine. Der Fluggast, ein Italiener, hält zwei gerade mit einem Elektromobil vorbeikommende Fluggastbetreuerinnen der Lufthansa auf. Eine von ihnen wohnt im Landkreis Erding, will aber nicht namentlich genannt werden: „Er konnte sich nur in schlechtem Englisch artikulieren, aber seine Aufregung sprach für sich“, erzählt sie. „Wir haben das Auto abgestellt und sind zum Bistro rübergelaufen, da haben wir den Mann schon liegen sehen.“ Sie kennt ihn - man redet ab und zu miteinander, wenn man sich fast jeden Tag bei der Arbeit sieht. Er hat Familie. „Ich habe sofort meiner Kollegin zugerufen, dass sie den Notarzt alarmieren und einen Defibrillator holen soll“, berichtet die Erdingerin. „Wir wissen, wo die sind“. Einer war nur 20 Meter entfernt angebracht. Dann hat die Fluggastbetreuerin dem am Boden Liegenden den Puls gefühlt: „Da war nichts.“ Der Mann hatte einen Herzstillstand erlitten. „Wir haben das Gerät angelegt und aktiviert. Zweimal kam die Sprachnachricht: keine Herzaktivität. Danach hat der Defibrillator den Elektroschock ausgelöst“, erzählt die Fluggastbetreuerin. Zweimal, ohne Erfolg. „Deshalb habe ich Mund-Zu-Mund-Beatmung gemacht, meine Kollegin die Herzdruckmassage angewendet. Nach dem dritten Mal nahmen wir plötzlich Herztöne wahr. Schließlich ist der Notarzt gekommen und hat die Reanimation übernommen.“

Der Barmann wurde inm Klinikum Freising auf die Intensivstation gebracht. Am Samstagmittag war sein Zustand stabil. Zwei Fragen beschäftigen die couragierte Frau: „Warum ist der Notarzt erst nach zwölf Minuten gekommen. Und was sind das für Leute, die nur rumstehen und dumme Kommentare geben?“ Viele Schaulustige hatten sich die Aktion nicht entgehen lassen.

Robert Wilhelm, FMG-Pressesprecher, bestätigt den Vorfall. „Die Lufthansa-Mitarbeiterinnen haben Vorbildliches geleistet.“ Dass der Notarzt zwölf Minuten bis zum Einsatzort gebraucht hat, sei genau die übliche Zeit, zumal die betreffende Snack-Bar weit weg im Norden des Terminals liege. Die Leiterin des Medizinischen Dienstes am Flughafen, Dr. Barbara Schindler, ist ebenfalls voll des Lobes: „Die Beiden haben dem Mann das Leben gerettet.“

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