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Wie der Vater, so der Sohn: Auf den legendären Fundsachen-Versteigerer Sepp Mittermeier folgt sein Sohn Alfred. Gerade erst hat er vom Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer die Lizenz dafür erhalten. 

Flughafen-Auktionen vom Vater übernommen

Alfred Mittermeier wird Versteigerer: Das Rampensau-Gen wurde vererbt

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Eines haben die Mittermeiers aus Dorfen gemeinsam: Sie sind Rampensäue. Michael Mittermeier (53) ist Kabarettist, genauso wie sein Bruder Alfred (54), und Papa Sepp (80) war jahrzehntelang Versteigerer. Nun übernimmt Sohn Alfred seine Aufgabe am Flughafen.

Flughafen/Dorfen  Und er wurde vom Landrat als „öffentlich bestellter Versteigerer“ vereidigt. Alfred Mittermeier sagt: „Mein Vater hört auf, ich mach’ weiter“ und ist überzeugt: „Als Rampensau macht man das schon.“

„Der Esel hat während der Auktion ununterbrochen geschrien“

Seit rund 35 Jahren stand Papa Sepp Mittermeier auf der Bühne und versteigerte erst Rinder, Pferde, aber auch einen Esel: „Der hat während der ganzen Auktion wirklich ununterbrochen geschrien“ erzählt Mittermeier und lacht: „Aber ich war als Auktionator lauter.“ 

Eigentlich hat er als Vertriebsleiter bei einer Milchpulver-Firma gearbeitet. Vor etwa 15 Jahren übernahm er die Fundsachenversteigerung des Flughafens: „Mir hat das immer Spaß gemacht, weil ich den Leuten im Publikum angesehen habe, wer als Nächstes die Hand hebt, bevor sie es selbst wussten.“ Und er fügt hinzu: „Das hab ich einfach an ihrer Mimik gesehen und daran, wie angespannt sie waren.“

Mit 80 Jahren geht Papa Mittermeier als Versteigerer in Rente

Neben unzähligen Koffern, Uhren und Feuerzeugen brachte er auch ein Mini-Motorrad unter den Hammer: „Da hab ich dann gesagt: Ich lass meine Beine verkürzen, dass ich damit fahren kann.“ Mit der Versteigerungsshow in Festzelten und am Flughafen – vor etwa 800 bis 2000 Leuten – ist für ihn Schluss: Mit 80 Jahren geht Mittermeier senior endgültig in Rente und sagt: „Ich bin sehr glücklich, dass die Versteigerung mit dem Namen Mittermeier weiterläuft.“

Sein Sohn Alfred stand in den vergangenen Jahren schon als Co-Auktionator mit auf der Bühne und schaute oft zu: „Sonst wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, Versteigerer zu werden“, sagt Alfred Mittermeier. 

„Mein Hauptberuf ist Kabarettist, und das bleibt auch so“

Eigentlich hat er BWL studiert, arbeitete als Firmenmanager und entschied sich vor 16 Jahren, als Kabarettist durchzustarten. Er trat schon im Vereinsheim Schwabing oder in Ottis Schlachthof auf: „Mein Hauptberuf ist Kabarettist, und das bleibt auch so.“

Auf dem Viehmarkt Tiere unter den Hammer zu bringen, das könne er sich nicht vorstellen: „Dafür hab’ ich gar keine Zeit.“ Derzeit schreibt er an seinem Kabarettprogramm „Paradies“, das im kommenden Herbst erscheinen soll.

Kuriose Fundstücke: „Manchmal ist ein Brautkleid dabei oder eine Motorsäge“ 

An den Schreibtisch setzte er sich auch, um „öffentlich bestellter Versteigerer“ zu werden, denn: „Da muss man sich mit der Gewerbe- und der Versteigererordnung auskennen“, erzählt er: „Es ist zum Beispiel vorgeschrieben, dass die Fundstücke mindestens zwei Stunden vor der Versteigerung öffentlich besichtigt werden können.“ Sein Wissen musste er in einem Prüfgespräch beweisen und wurde erst dann vom Landrat vereidigt.

Seinen ersten Auftritt im Hallbergmooser Festzelt hat Alfred Mittermeier schon hinter sich. Vater Sepp hat ihm dabei den Versteigerungshammer offiziell überreicht. Als Versteigerer freut sich Alfred Mittermeier jetzt auf die skurrilen Fundstücke: „Manchmal ist auch mal ein Brautkleid dabei oder eine Motorsäge.“ 

Spontan würde er dazu erklären, dass Kettensägen oft am Flughafen liegen bleiben, weil sie mit Benzin befüllt sind und nicht durch den Check-In kommen. Zum vergessenen Brautkleid sagt er: „Da stellt sich die Frage: Ist die Ehe schon vollzogen? Oder hat sie es vor der Hochzeit liegengelassen?“ In beiden Fällen sei der Ärger programmiert.

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