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In eine Winter- und Weihnachtslandschaft verwandelt sich das München Airport Center seit über Jahrzehnten – heuer nicht. 

Gesundheitliches und finanzielles Risiko zu groß – Veranstalter zehrt längst von der Substanz

Am Flughafen: Wintermarkt ist abgesagt

  • vonAlexandra Anderka
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Der Weihnachts- und Wintermarkt am Flughafen ist abgesagt. Das bestätigte die Pressestelle der Flughafen München Gesellschaft (FMG) auf Anfrage unserer Zeitung. Für Organisator Börnie Sparakowski aus Erding keine Überraschung: „Wir und die Händler wurden bereits im Juni informiert.“

Flughafen  Er habe damit gerechnet, „denn wer geht denn in diesen Zeiten das Risiko ein, das ein Markt auf einem internationalen Flughafen birgt, wo Leute von überall herkommen und man nicht weiß, ob die gerade aus einem Risikogebiet kommen?“

Die frühzeitige Absage im Sommer hat laut FMG-Pressechef Ingo Anspach mehrere Gründe: „Wir haben das Für und Wider abgewogen. Zu diesem Zeitpunkt gab es sehr viele Unsicherheiten, unter welchen Bedingungen der Markt überhaupt stattfinden könnte. So haben wir uns entschlossen, ihn abzusagen. Wir wollten nicht in Vorbereitungen gehen für etwas, das dann nicht stattfinden kann.“ Zudem wollte die FMG den Händlern, Gastronomen und Bands frühzeitig die Möglichkeit geben, Alternativen zu finden.

Nicht zuletzt war es auch ein „Kostenthema“, wie Anspach zugibt. „Wir sind im Augenblick aufgrund unserer wirtschaftlichen Situation sehr darauf bedacht, keine unnötigen Kosten zu verursachen.“

Der Wintermarkt im München Airport Center (MAC) zählt zu den beliebtesten in der Umgebung. Mehr als 300 beleuchtete Tannen sorgen in der Vorweihnachtszeit für Stimmung. Eine große Eislaufbahn, Lichterfahrten im Flughafen sowie rund 40 Aussteller und Gastronomen bieten attraktive Highlights. Seit mehr als 20 Jahren lockt der Wintermarkt Besucher aus Nah und Fern.

Für Organisator Sparakowski bedeutet die Absage einen weiteren Rückschlag. „Ich stehe auf drei Standbeinen – alle drei sind tot“, sagt der Messebauer und Sinnflut-Macher. Er brauche im Augenblick seine Rücklagen auf. „Die fehlen mir halt dann für die Rente.“ Staatlichen Zuschuss habe er keinen beantragt. „Andere haben es dringender nötig als ich, ich war immer sparsam und habe Erspartes. Zudem gibt es die Zuschüsse ja nur für Betriebsausgaben. Aber nicht jeder hat ein Büro oder ein Firmenauto“, moniert er.

Sparakowski hat Verständnis für die Auflagen der Regierung, doch es werde nicht immer mit gleichen Maßstäben gemessen, findet er. „In Baumärkten, Supermärkten und auf den Wochenmärkten schert sich kaum einer um den nötigen Abstand. Am Kronthaler Weiher stapeln sich die Leute. Man könnte Märkte im Außenbereich genauso organisieren wie einen Wochenmarkt. Ich finde, dass die Verhältnismäßigkeit oft nicht stimmt.“

Er bedauert, dass es im Augenblick so viele Absagen hagelt. „Man kann nicht alles online machen, da kommt doch keine Stimmung auf.“ Seine Prognose für die kommenden Weihnachtsmärkte: „Sie werden stattfinden, aber ohne Gastronomie.“ Immerhin: Im Airbräu soll es ein kleines Winterprogramm geben. and

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