Erste Anlaufstelle für Fleisch-, Gemüse-, Obst- und Lebendtierimporte: die Grenzkontrollstelle. Foto: Hennies/FMG

Auch Obst und Gemüse werden bei der Einreise kontrolliert

Flughafen - Importierte Lebensmittel, egal ob Fisch, Fleisch, Salatkopf oder Gewürz, werden bei der Ankunft am Münchner Flughafen untersucht. Dafür zuständig ist das Landratsamt Erding.

Lebensmittel kommen von rund um den Erdball nach Bayern. In der Regel ist der Flughafen München das Einfallstor für die Waren, die per Luftfracht importiert werden. Für sie gilt das Gleiche wie für Reisende: Wer von außerhalb der EU-Grenzen hier landet, wird kontrolliert.

Mit der Schaffung des Binnenmarktes 1993 wurden zunächst die Kontrollen von Tieren und tierischen Produkten an die EU-Außengrenzen verlegt - oder eben an die internationalen Flughäfen. Das Landratsamt Erding ist bayernweit die einzige Behörde, die in ihrer Grenzkontrollstelle an der Südallee diese Produkte checkt. Drei Amtstierärzte der Kreisverwaltung sind am Airport im Einsatz - rund um die Uhr.

Allein im Jahr 2010 wurden über 4000 Sendungen untersucht. Seit genau einem Jahr erfolgt auch eine verstärkte amtliche Kontrolle von pflanzlichen Lebensmitteln aus EU-Drittländern. Die Europäische Kommission hat die Erdinger Grenzkontrollstelle als eine Instanz in elf von 16 Bundesländern anerkannt, denn der Münchner Flughafen ist die einzige Eingangsstelle in Bayern.

Die Kontrolleure haben allerhand zu tun, berichtete Landrat Martin Bayerstorfer in der Jahrespressekonferenz. Immerhin landen jede Woche 258 Maschinen aus 44 Fernzielen in aller Welt im Erdinger Moos. „Da ist reichlich Kapazität für Frischware drin“, so der Landrat. Mit insgesamt 126 900 Tonnen geflogener Luftfracht erzielte der Münchner Flughafen im ersten Halbjahr 2010 einen neuen Rekordwert, ein Plus von rund 27 Prozent im Vergleich zu 2009.

Bayerstorfer betonte, dass „dieser Warenimport mittlerweile einen solchen Umfang angenommen hat, dass eine systematische Überprüfung nur unter erheblichem Aufwand möglich ist“. Damit solle sichergestellt werden, dass nur Lebensmittel, die den EU-Anforderungen entsprechen, ins Land und in der Folge in den Handel gelangen. Zugleich soll so die Einschleppung von Tierseuchen, Krankheitserregern und Schädlingen verhindert werden.

Was wird bei pflanzlichen Produkten überwacht? „Es geht vor allem darum, die Belastungssituation der Importwaren mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln zu kontrollieren“, so der Kreischef. Dazu würden regelmäßig Proben gezogen und in akkreditierten Labors untersucht. Dass die strengen Kontrollen Sinn machen, verdeutlicht die aktuelle Bilanz der Lebensmittelüberwacher. Im Jahr 2009 wurden laut Bayerstorfer 121 Importproben analysiert. Nur ein Viertel war rückstandsfrei. Fast die Hälfte, 44 Prozent, wies Rückstände unterhalb der zulässigen Grenzwerte auf. Bei einem Drittel waren die Höchstmengen überschritten.

Im vergangenen Jahr wurden bis zu 30 Sendungen pro Woche inspiziert. Dabei arbeitet das Landratsamt mit dem Zoll, dem Pflanzengesundheitsdienst der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zusammen. Ein besonderes Augenmerk gilt Importen aus Thailand, Ägypten und der Dominikanischen Republik. Kontrolliert werden vor allem Gemüse, frische Kräuter, Früchte und Gewürze.

(Hans Moritz)

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