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Mit diesem Plakat will Aufgemuckt vor die Staatskanzlei ziehen.

Aufgemuckt plant Protestaktion am neunten Jahrestag des Bürgerentscheids

Söder soll dritte Bahn endlich beerdigen

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Am 17. Juni ist es neun Jahre her, da konnten die Startbahngegner mit dem gewonnenen Bürgerentscheid in München einen großen Erfolg feiern. Seitdem trifft man sich alle Jahre wieder in der Landeshauptstadt, um daran zu erinnern, um den Münchnern zu danken und weiter gegen die Piste zu kämpfen. Auch heuer.

Freising – „Nicht reden, Söder, handeln! 3. Startbahn sofort beerdigen!“ steht auf dem Banner, das man am 17. Juni um 11 Uhr neben der Staatskanzlei in die Höhe halten wird.

In der virtuellen Mitgliederversammlung stellte Sprecher Christian Magerl am Montag die Aktion vor: Jetzt, neun Jahre nach dem Bürgerentscheid, sei es an der Zeit, dass Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht nur vom Klimaschutz rede, sondern auch handele. Im Klartext: Der Planfeststellungsbeschluss für die dritte Startbahn müsse aufgehoben werden.

Bei der Kundgebung am 17. Juni werde man diese Forderung erheben, man hoffe auf rund 50 Teilnehmer. Neben Magerl werde auch Christian Hirneis vom Münchner Bündnis gegen die Startbahn eine Ansprache halten. Wenn es terminlich passt, werde zudem Kultusminister Michael Piazolo (FW) teilnehmen. Auf die Fraktionssprecherin der Grünen im Landtag, Katharina Schulze, werde man allerdings verzichten müssen, weil sie in diesen Tagen zum ersten Mal Mama werde, so Magerl.

Die Forderung, die Startbahn endgültig zu Grabe zu tragen, gründet sich laut Magerl nicht nur auf den Klimaschutz, sondern auch auf die Entwicklungen im Flugverkehr. Nach dem „unvorstellbaren Einbruch“ im Jahr 2020, als wegen der Corona-Pandemie die Flugbewegungen um 64,8 Prozent und die Passagierzahlen um 76,8 Prozent im Vergleich zu 2019 zurückgegangen sind, habe sich diese Entwicklung auch in den ersten Monaten des Jahres 2021 fortgesetzt. Die Zahlen der Deutschen Flugsicherung (DFS) zeigen, dass der Moos-Airport in den ersten vier Monaten im Vergleich zu 2020 einen Rückgang um 74,8 Prozent bei den Flugbewegungen und um 88,5 Prozent bei den Passagierzahlen zu verzeichnen hatte. Gegenüber 2019 falle der Einbruch mit 84,1 beziehungsweise 93,8 Prozent noch dramatischer aus.

Wichtig aus Sicht der Startbahngegner: Man sei jetzt noch nicht auf dem Niveau angelangt, das man im Jahr 2020 ab Kalenderwoche 24 registrieren konnte, als nach dem totalen Lockdown eine gewisse Erholung eingetreten war. Und noch etwas hob Magerl hervor: 2019 erreichten die Flugbewegungen im Moos 81,7 Prozent des Niveaus von Frankfurt, 2020 waren es nur noch 67,9, heuer bisher gar nur 39,8 Prozent. Das zeige eindeutig, dass sich die Lufthansa in erster Linie auf den Airport in Frankfurt konzentriere.

Und man hat weitere Argumente gegen die dritte Startbahn gefunden: Lufthansa und Bahn hätten angekündigt, dass ab Ende 2021 ein ICE-Sprinter zwischen München und Köln über Nürnberg und Frankfurt eingesetzt werde, der mit einer Fahrzeit von unter drei Stunden in die Mainmetropole sicherlich eine attraktive Alternative zu Zubringerflügen darstelle. Außerdem gingen Schätzungen davon aus, dass auch nach der Corona-Pandemie Geschäftsreisen um 19 bis 36 Prozent zurückgehen werden.

zz

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