Betrunkener holt Freundin ab 

Liebesdienst im Rausch

  • schließen

Mit diesem Freundschaftsdienst hat ein Münchner seine berufliche Existenz aufs Spiel gesetzt: Am späten Abend des 28. Oktobers 2018 hatte sich der IT-Techniker im Münchner Osten ins Auto gesetzt, um seine am Flughafen arbeitende Freundin abzuholen.

Flughafen/Erding – Die hatte ihn angerufen, weil sie nach der Schicht nach Hause wollte, aber keine S-Bahn fuhr. Nun landete der Fall vor dem Amtsgericht Erding.

Das Problem des Münchners: Er hatte den Abend mit Freunden verbracht und kräftig gezecht. Immerhin, bis zum Airport kam er noch unfallfrei. Vor dem Terminal rammte er dann beim Rückwärtseinparken einen geparkten Mercedes. Der Schaden war minimal.

Doch als die Polizei den Rempler aufnahm, rochen die Beamten die Fahne des Münchners. Der Bluttest ergab einen Wert von stolzen 1,52 Promille. Fahrten in diesem Bereich gelten per se als Straftat. Der Führerschein war sofort weg, am 13. Dezember flatterte dem Alkoholsünder ein Strafbefehl ins Haus. Neben einer Geldstrafe sah der eine Führerscheinsperre von mindestens 13 Monaten vor.

Genau die tun dem 45-Jährigen weh. Denn deswegen verlor er sofort seinen Job. Auch bei seinem neuen Arbeitgeber ist der Techniker auf den Schein angewiesen. Die Zeit läuft ihm davon. Denn seither fährt ihn entweder ein Azubi zu den Kunden, oder er nutzt Bus und Bahn. Doch sein Arbeitgeber hat ihm das Messer auf die Brust gesetzt: Wenn er nicht bald wieder ans Steuer darf, ist er seinen Job los.

Um die Lizenz kämpfte er nun vor Gericht. Staatsanwältin Dr. Vanessa Trißler erkannte die missliche Lage, wies aber auf den Gleichbehandlungsgrundsatz hin. Wer sich im Zustand absoluter er Fahruntüchtigkeit – also mit 1,1 Promille und darüber – ans Steuer setzt, darf nicht mit Milde rechnen. Sie ließ sich auf den Kompromiss ein, die Sperrfrist nur noch acht Monate lang aufrecht zu erhalten. Verteidiger Thomas Hauck hielt sechs Monate für angemessen.

Amtsrichter Andreas Wassermann wählte die goldene Mitte – sieben Monate. Die Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 40 Euro bleibt bestehen. Damit muss der Angeklagte weiter um seine Zukunft bangen, denn sein Chef hat ihm Ende April als Frist gesetzt. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jäger in Sorge: Afrikanische Schweinepest steht kurz vor der Tür
Weniger Besucher. Der letzte Jägerball, quasi der Dino im Landkreis, beginnt zu schwächeln. Trotz über 50-jähriger Tradition wird der Zuspruch immer kleiner. Zudem …
Jäger in Sorge: Afrikanische Schweinepest steht kurz vor der Tür
Archäologie Am Haidfeld: Tiefe Einblicke in Buchs Geschichte
Spannende Einblicke in die Archäologie gibt es am Donnerstag, 27. Februar. In der Gemeinde Buch am Buchrain findet ein Vortrag statt.
Archäologie Am Haidfeld: Tiefe Einblicke in Buchs Geschichte
Start-Up aus Erding will Business-Shuttle aufbauen - mit besonderem Pluspunkt für die Pendler
Ein Erdinger Start-Up möchte einen Business-Shuttle aufbauen, der Pendler ins Büro bringt und wieder abholt. Von der Idee profitiert nicht nur der Umweltschutz.
Start-Up aus Erding will Business-Shuttle aufbauen - mit besonderem Pluspunkt für die Pendler
Krimi, Kinderwerkstatt, offenes Singen: Großes Angebot des Kulturverein Jagdhaus Maxlruh 
In Eicherloh hat der Kulturverein Jagdhaus Maxlruh bei der Jahreshauptversammlung viele liebevoll gestaltete Veranstaltungen im Kalender. Ob Krimi, Kinderwerkstatt oder …
Krimi, Kinderwerkstatt, offenes Singen: Großes Angebot des Kulturverein Jagdhaus Maxlruh 

Kommentare