Das Triebwerk als Gefahr: Bei einer Kollision mit einem Vogelschwarm können die Schaufelräder beschädigt werden. Der Blechsalat wird ins Triebwerk gesogen, das sich ausschaltet oder vom Piloten ausgeschaltet werden muss. Foto: Hennies/FMG
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Das Triebwerk als Gefahr: Bei einer Kollision mit einem Vogelschwarm können die Schaufelräder beschädigt werden. Der Blechsalat wird ins Triebwerk gesogen, das sich ausschaltet oder vom Piloten ausgeschaltet werden muss.

Biotop-Manager mit Knallpistolen

Flughafen München - Neun von zehn Flugzeugunglücken geschehen einer Statistik zufolge in unmittelbarer Nähe der Airports.

Die Gefahr einer Vogelschwarm-Kolission soll aber am Münchner Flughafen viel geringer als in New York sein, wo am Donnerstag ein Airbus notlandete.

Im Jahr 2007 gab es laut Edgar Engert, Pressesprecher der Flughafen München GmbH (FMG), bei 430 000 Flugbewegungen 21 Vogelschläge innerhalb des Airportzauns im Bereich der Startphase bis zu einer Höhe von 500 Fuß (etwa 165 Meter) und bei Landungen bis zu einer Höhe von unter 200 Fuß. Zwölf weitere Vorfälle habe es im weiteren Umfeld (Start bis 1500, Landungen bis 1000 Fuß) gegeben.

„Insgesamt sind das halb so viele wie im deutschen Durchschnitt“, sagt Engert. Für das Jahr 2008 habe der Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen noch keine Zahlen vorgelegt.

Grundsätzlich komme es bei über 90 Prozent der Vogelschläge zu keinen Beschädigungen an den Flugzeugen beziehungsweise zu keiner Beeinträchtigung des Flugbetriebs. Betroffene Vogelarten sind vor allem Mäusebussarde und Turmfalken. Vogelschläge mit Gänseschwärmen sind bisher in München nicht aufgetreten.

Der Moos-Airport sei topographisch im Vorteil. „Wir liegen nicht in einer Küstengegend. Dagegen gibt’s in New York zahlreiche Wasservögel.“ Im Moos dagegen brütete mit dem Großen Brachvogel, „ein eher flügellahmer Genosse, den es nicht so sehr in die Höhe treibt“, sagt Engert. Die FMG macht für die geringe Vogelschlag-Quote ihr Biotop-Management verantwortlich.

„Natürlich kann man den Luftraum nicht völlig vogelfrei halten“, sagt Engert, aber zumindest könne der Vogelschlagbeauftragte Oliver Weindl dafür sorgen, dass der Airport für das Federvieh „unattraktiv wird, weil sich wenig Futtermöglichkeiten und Brutnischen bieten“. Auch zwölf dafür geschulte Verkehrsleiter überprüfen die Gegend und helfen notfalls mit Knallpistolen nach. „Pyroakustische Vergrämung“ nennt Engert diese Art, Vögelschwärme zu vertreiben.

pir

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