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Willkommen bei der Airport-Bundespolizei: Deren Chef Detlef Karioth (M.) begrüßte die Bobsportler Lisa Gericke und Paul Krenz zum Ausbildungs-Praktikum.

Bobsportler bei der Bundespolizei

Aus dem Eiskanal ins Terminal

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Wenn Sie in den nächsten Wochen vorhaben, am Münchner Flughafen vor der Bundespolizei davonzulaufen – vergessen Sie es, Sie werden keine Chance haben. Denn derzeit befinden sich zwei Top-Sportler unter den über 1200 Grenzschützern an Deutschlands zweitgrößtem Flughafen.

VON HANS MORITZ

Flughafen – Lisa Gericke (24) und ihr Kollege Paul Krenz (27) gehören zu den derzeit besten Anschiebern im deutschen Bob-Sport. Gericke hat die Goldmedaille mit dem Team Deutschland II bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Whistler in die Vitrine gesteckt, und Krenz die Bronzemedaille bei seiner ersten WM-Teilnahme ebenfalls auf der schnellsten Bob-Bahn der Welt geholt. Aber der Berufsalltag hat die beiden schon wieder fest im Griff.

Neben dem täglichen Training feilen Gericke und Krenz an ihrer beruflichen Karriere – im Moment die Ausbildung bei der Bundespolizei. Aktuell absolvieren die beiden mit zehn weiteren Wintersport-Cracks und Auszubildenden an der Bundespolizeisportschule Bad Endorf ein zweiwöchiges Ausbildungspraktikum am Flughafen München.

„Dabei erhalten die jungen Frauen und Männer die Möglichkeit, ihr erlerntes theoretisches Wissen in den bundespolizeilichen Aufgabenbereichen Luftsicherheit und Grenzpolizei in der Praxis anzuwenden und zu vertiefen“, erklärt Pressesprecher Christian Köglmeier.

„Die Bundespolizei am Flughafen führt jährlich Ausbildungspraktika durch und hat voriges Jahr weit über 800 Polizeischüler in verschiedenen Stationen betreut“, so Köglmeier. Dass unter den Kollegen Olympiasieger und Weltmeister sind, sei aber auch hier nicht alltäglich.

Die zwölf Polizeischüler, die aktuell ihr polizeiliches Wissen im Erdinger Moos in der Praxis umzusetzen lernen, sind als Wintersportler in den verschiedensten Disziplinen weltweit erfolgreich. Die meisten von ihnen haben wie Gericke und Krenz auch sportliche Meistertitel und Medaillen im Schrank.

Die jungen Frauen und Männer absolvieren ihre Ausbildung an der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf. Die Bundespolizei fördert dort talentierte Wintersportler, indem sie ihnen gleichzeitig professionelle Trainingsmöglichkeiten und Betreuung sowie eine anspruchsvolle Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst bietet. Im Anschluss an die sportliche Karriere haben die Athleten damit die Möglichkeit, als vollwertig ausgebildete Polizeibeamte nahtlos in andere Aufgabenfelder der Bundespolizei zu wechseln und dort Polizeidienst zu leisten.

Diesen Plan verfolgen die beiden Bob-Fahrer auch zielgerichtet. Die Kadersportler, die für den Mitteldeutschen SC starten, haben im Gespräch mit dem Leiter der größten Bundespolizeidienststelle Bayerns, Detlef Karioth, schon konkrete Vorstellungen für die Zeit nach der sportlichen Karriere. Die gebürtige Münchnerin kann sich einen Dienst am Airport durchaus vorstellen. Der Erfurter will später seine Fähigkeiten aus seiner früheren Kampfsportlaufbahn nutzen und liebäugelt eher mit einer späteren Verwendung als Polizeitrainer oder Personenschützer. Deshalb: Versuchen Sie es erst gar nicht davonzulaufen.

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