95 Prozent des Betriebs eingestellt

Corona-Krise am Flughafen München: Das Lauteste sind jetzt die Vögel

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Die Corona-Krise trifft auch den Flughafen München hart. Etwa 90 Prozent des Betriebs wurden eingestellt. Nun kann man sogar die Vögel zwitschern hören.

  • Auch der Flughafen München leidet unter der Corona-Krise.
  • Es gibt kaum noch Passagiere, das Personal ist in Kurzarbeit geschickt worden.
  • Trotz Zukunftssorgen bleibt der Manager zuversichtlich.
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Flughafen München - Die Corona-Krise trifft viele Unternehmer und Unternehmen hart. Auch der Reise-Sektor leidet. Neben den Ausfällen bei Tourismus-Unternehmen und Hotel, kommt auch der Flugverkehr nahezu zum Erliegen. 

Flughafen München: Corona-Krise mit extremen Auswirkungen

Im Erdinger Moos wurden etwa 95 Prozent des normalen Flugbetriebs eingestellt. Die meisten Flüge, die dort noch starten oder landen, bringen gestrandete Touristen in ihre Heimatländer zurück. Statt der üblichen Geräuschkulisse aus Fluglärm und Menschengetümmel hört man in der Ankunftshalle nun die Vögel zwitschern. Die meisten Fluglinien haben den Betrieb in München gänzlich eingestellt. Für Touristen ist die Einreise verboten.

Erst im vergangenen Jahr hatte der Flughafen München wieder ein Rekordjahr eingefahren - nun herrscht gähnende Leere. Die meisten Läden sind geschlossen, Fluggäste hasten eilig durch die leeren Gänge. "Die Auswirkungen der Corona-Krise sind massiver als die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 oder der weltweiten Finanzkrise von 2008", sagt Flughafen-Chef Jost Lammers der SZ.

Lesen Sie dazu: Nach dem Abflachen der Corona-Pandemie steht der Flughafen München nun vor dem Neustart. Doch trotz Beginn der Pfingstferien herrscht nach wie vor gähnende Leere.

Corona-Krise am Flughafen München: Chef bleib zuversichtlicht

Sorgen macht er sich jedoch kaum. Im Gegenteil. Er ist zuversichtlich, dass der Mobilitätsbedarf weltweit weiter ansteigen wird - auch wenn es einige Zeit dauern mag, bis er auf seinem ursprünglichen Niveau angekommen ist. Im letzten Jahr lag dieses bei knapp 48 Millionen Passagieren. Wie es in diesem Jahr aussehen wird, ist nicht absehbar.

Doch auch für die Angestellten ist die Situation nicht leicht. Die ca. 10.000 Mitarbeiter der Flughafen München GmbH (FMG) sind größtenteils in Kurzarbeit gegangen. Auch die Lufthansa hat fast all Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt. Wie lange dieser Zustand anhalten wird, kann niemand voraussagen. Vor allem für Familien eine Belastungsprobe.

Kaum noch Passagiere am Flughafen München: Alle wollen nur noch nach Hause

Die wenigen Passagiere, die nun am Flughafen landen, kommen von überall her. Und Europa hilft sich gegenseitig, wie die Bild berichtet. Deutsche, die mit italienischen Fliegern nach Hause geholt werden. Italiener, die auf ihren Weiterflug nach Rom warten. Eine deutsche Maschine hat sie aus dem Ausland geholt, bald werden sie endlich wieder in ihrer Heimat landen. Ein Arzt berichtet der Bild, dass sie selbst für den Fug aufkommen müssen. Doch das sei ihnen egal. Sie seien lediglich dankbar, für die Hilfe der deutschen Nachbarn - koste es was es wolle.

Für einen hat die Corona-Krise jedoch offenbar auch positive Auswirkungen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist beliebt wie noch nie. Nach einem Besuch am Flughafen München gab es aber saftige Kritik an seinem Auftreten.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

kah

Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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