Coronavirus: Am Flughafen München wird selbstverständlich Maske getragen.
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Coronavirus: Am Flughafen München wird selbstverständlich Maske getragen.

Dramatischer Rückgang der Fluggastzahlen

Der Flughafen München im Corona-Schatten: Bilanz des Schreckens am Airport

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Nach dem Abflachen der Corona-Pandemie wird am Flughafen München wieder geflogen. Die Bilanz des aktuellen Jahren ist die schlechteste seit Jahren.

  • Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Deutschland nahm auch derFlughafen München den Betrieb langsam wieder auf.
  • Erstmals nach Jahren musste der Flughafen einen deutlichen Rückgang der Fluggastzahlen bilanzieren.
  • Der Airport verbuchte das niedrigste Quartalsergebnis seit der Flughafeneröffnung im Jahre 1992.

Update vom 9. Juli 2020: Erst lange Aufwind – dann der krachende Absturz: Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat dem Münchner Flughafen nach Jahren des Verkehrswachstums erstmals einen Rückgang der Fluggastzahlen beschert. Das Passagieraufkommen ging im ersten Halbjahr 2020 um rund 15 Millionen auf knapp 7,8 Millionen zurück und lag damit um zwei Drittel unter dem Vorjahresniveau. Die Anzahl der Flugbewegungen sank von über 200 000 Starts und Landungen auf rund 87 000 – ein Minus von 57 Prozent. Bei der geflogenen Luftfracht lag das Aufkommen bei 87 000 Tonnen und hat sich damit gegenüber dem Vorjahreswert halbiert. Die Corona-Auswirkungen am Flughafen München sind deutlich spürbar. Die Airlines Lufthansa und Emirates haben den Riesen-Flieger A380 vorerst aus dem Programm genommen.

Lesen Sie dazu: Nach dem Hoch der Corona-Krise gibt es am Flughafen München nun einen langsamen Re-Start. Der Ausblick der Lufthansa-Mitarbeiter für das Reisen und die Airbus-Flotte fällt eher bitter aus.

Im zweiten Quartal 2020 kam der Passagierverkehr am Münchner Flughafen aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen fast zum Erliegen. Das Fluggastaufkommen reduzierte sich um 98 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Starts und Landungen ging in diesem Zeitraum um rund92 Prozent zurück. Damit verbuchte der Airport das niedrigste Quartalsergebnis seit der Flughafeneröffnung im Jahre 1992.

Die Krise wird in der Verkehrsstatistik der Monate April und Mai besonders deutlich: Hier lagen die Fluggastzahlen lediglich bei rund einem Prozent der Vorjahreswerte. Seit Mitte Juni die Reisebeschränkungen innerhalb der EU wieder aufgehoben wurden, zeichnet sich ein langsamer Aufwärtstrend ab.

Coronavirus: Am Flughafen München wird selbstverständlich Maske getragen.

Gähnende Leere am Münchner Flughafen

Erstmeldung vom 1. Juni 2020: Flughafen München - Das Pfingstwochenende ist normalerweise der alljährliche Start in die Sommer-Reisesaison in Deutschland. Vor allem in den Bundesländern, in denen es wie in Bayern nicht nur ein verlängertes Wochenende sondern gleich zwei Wochen Ferien gibt, ist die Urlaubslaune groß.

Im Jahr 2020 ist alles anders. Die Corona-Pandemie wirft ihre Schatten und verhindert so das fröhliche Reisen außerhalb Deutschlands. Zwar sind die ersten innereuropäischen Grenzen, wie beispielsweise Richtung Skandinavien oder die Niederlande, bereits wieder geöffnet und auch beliebte Tourismusziele wie Italien wollen bald nachziehen. Doch zu Beginn der Pfingstferien 2020 blieb der alljährliche Ansturm am Flughafen München aus. Alleine am Starttag der Pfingstferien 2019 waren es schon rund 1300 Starts und Landungen pro Tag. Der Flughafen steckt, auch wirtschaftlich, in einer der schlimmsten Krisen seiner Geschichte.

Neustart am Flughafen München: Corona geht - die Leere bleibt

Das Terminal 1 und das Satellitenterminal bleiben weiterhin geschlossen. Die wenigen Gäste, die sich am Flughafen einfinden, bleiben meist innerhalb der deutschen Grenze. Es geht um Familienbesuche oder berufliche Termine. Trotz der Lockerungen der Corona-Maßnahmen und der langsamen Rückkehr in den Alltag, bleibt die gespenstische Stille am Flughafen München also bestehen, sodass man, wie schon seit Wochen, noch immer das Zwitschern der Vögel hören kann, die sich in die Hallen verirren.

Seit Wochen ist das Zwitschern der Vögel beinahe das Lauteste am Flughafen München.

Trotz allem soll der Flugbetrieb nun langsam aber stetig weiter erhöht werden. Die Hoffnungen liegen auf dem Beginn der ersten deutschen Sommerferien, wenn die meisten Urlaubsländer ihre Grenzen wieder geöffnet haben und die Urlaubslust der Deutschen die Angst vor einer Corona-Infektion oder der Ablehnung der Maßnahmen überwiegt.

Nach Abflachen von Corona-Pandemie: Flughafen München macht Maschinen startklar

Die Flugzeuge sind startbereit. Seit Monaten verharren sie in einer Art Dornröschenschlaf. Nicht gänzlich ausgemustert und schnell wieder startklar sollen sie sein, um auch die geplanten Flüge in außereuropäische Länder, die bald wieder abgehalten werden sollen, durchführen zu können. Dies zu organisieren, bedeutet viel Arbeit. Dennoch werde es vermutlich Wochen und Monate dauern, die so lange unbenutzen Flieger technisch wieder einwandfrei startklar zu machen, sagt Manfred Riedmayer, der Leiter der Münchner Lufthansa-Technik.

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Hygiene-Maßnahmen am Flughafen München: Strenge Regeln gelten nur außerhalb des Fliegers

Wenn der erhoffte Ansturm dann endlich langsam wieder in die Gänge kommt wird trotzdem vieles anders sein, als bisher. Die ohnehin strengen Kontroll-und Hygiene-Maßnahmen, die am Flughafen München gelten, werden dann noch einmal deutlich verschärft. Bodenmarkierungen, Absperrbänder und Plexiglasscheiben sollen für den Schutz der Passagiere im Flughafen sorgen. Regelmäßige Durchsagen und Plakate erinnern an den gebotenen Mindestabstand. Neu angeschaffte Automaten versorgen die Gäste nun rund um die Uhr mit Desinfektionsspray, Schutzmasken und Einweghandschuhen.

Kein Fiebermessen am Flughafen München - aber auch kein Bord-Service

Auf Fiebermessen bei den Gästen wird derzeit verzichtet. Auch der Mindestabstand, der im Flughafengebäude eingehalten werden soll, ist im Flieger nicht ehr relevant. Karsten Hoffmann, der Chef der Lufthansa-Kabinencrews am Standort München, erklärt in einem BR-Interview, dass die Luft in einem Flugzeug durch sogenannte Hepa-Filter alle drei Minuten komplett ausgetauscht werde und eine vertikale Luftströmung eine Ansteckung durch den Nebenmann praktisch unmöglich mache.

Wer sich also gefreut hat, in der Economy-Class künftig etwas mehr Beinfreiheit genießen zu können, wird enttäuscht. Zudem muss, auch in der Business-Class, derzeit auf komfortablen Bordservice verzichtet werden.

In der Belegschaft der Lufthansa kursiert die Angst, dass das gigantische Rettungspaket mit Staatsbeteiligung doch noch abgelehnt werden könnte - Lufthansa-Mitarbeiter demonstrierten am Standort München.

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