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Corona-Krise: Reisende schildern dramatische Szenen am Münchner Flughafen

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Das Coronavirus wirft seine Schatten. Am Dienstag wirkte der Münchner Airport wie ausgestorben. Leergefegt und unheimlich still. Wir haben uns am Flughafen umgehört.

  • Der Coronavirus* bringt das öffentliche Leben fast zu Erliegen
  • Am Münchner Flughafen* spielen sich teils dramatische Szenen ab
  • Wir haben uns am Airport umgehört und drei Geschichten festgehalten

München - Es ist kurz nach halb Zwölf, als wir am Flughafen ankommen. Die Parkhäuser, die Schalterhallen – menschenleer. Ein gespenstisches Bild an einem Ort, der normalerweise die ganze Welt in sich versammelt. Der vor Vorfreude glüht, der Familien und Geschäftsleute an die entlegensten Orte der Erde entsendet...

Am Dienstag wirkte der Airport wie ausgestorben. Leergefegt und unheimlich still. Etliche Anzeigetafeln kannten nur ein Wort: annulliert. Basel, Pisa, Amsterdam. Hamburg, London und Paris – allein die Lufthansa hat in den vergangenen Tagen Hunderte von Flügen gestrichen. Mit der Folge, dass unzählige Passagiere strandeten.

Um Reisende aus ihrem Urlaubsland zurückzuholen, hat Außenminister Heiko Maas angekündigt, eine „Luftbrücke“ zu bauen – für 50 Millionen Euro. Mit Hilfe dieses Maßnahmen-Pakets soll Tausenden Betroffenen die Rückkehr nach Deutschland ermöglicht werden. Außerdem sprach die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung aus, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen stranden. Am Flughafen München gelten neue Bestimmungen zu den Kontrollen.

Wir haben uns am Flughafen umgehört. Von den wenigen Passagieren, die da waren, hatte fast jeder eine Geschichte zu erzählen, die schwerer wiegt als ihr Reisegepäck. Drei dramatische Berichte.

Coronavirus: Passagiere berichten vom Münchner Flughafen

„Wir mussten unseren Afrika-Aufenthalt frühzeitig abbrechen. Aber immerhin haben wir noch einen Flug nach Hause bekommen. Am Sonntag wurde aus unserem Entspannungsurlaub plötzlich ein Abenteuertrip – wir sind seit Tagen auf den Beinen und freuen uns jetzt nur noch auf Zuhause.“

Marion (51) und Olaf Würkner (52),

Selbstständige aus Sachsen-Anhalt

Passagiere am Münchner Flughafen während Corona-Krise: „Wir sind ratlos!“

„Wir kommen gerade aus der Karibik – und haben keine Ahnung, wie es jetzt weitergeht. Wir wollen einfach nur noch nach Hause nach Warschau. Unser Flug wurde gecancelt und es scheint als wären alle anderen Verbindungen ausgebucht. Vermutlich werden wir mit dem Zug nach Berlin fahren müssen. Von dort aus nach Frankfurt – und dann über die Grenze laufen.“

Renata (57) und Lech Cqlarek (66),  Ehepaar aus Polen

Münchner Flughafen während Corona-Krise: „Tränen am Schalter“

„Sie glauben nicht, was sich hier jeden Tag für Dramen abspielen! Ganze Reisegruppen, die sich vor unseren Buchungsschaltern versammeln und vor Verzweiflung weinen. Geschäftsleute, die dringend ins Ausland müssen, und Privatpersonen, die einfach nur nach Hause wollen. So verfahren die Situation auch ist: Wir versuchen, für jeden eine passende Lösung zu finden.“

Bastian Triebel (34) vom Flughafen-Reisebüro sonnenklar

Passagiere berichten vom Münchner Flughafen: „Zum Verzweifeln“

„Das ist mittlerweile unser dritter Versuch, nach Hause zu kommen! Wir sind jetzt drei Tage in Folge mit der Hoffnung ins Bett gegangen, am nächsten Tag nach Minnesota zu fliegen – und jedes Mal wurden wir enttäuscht. Mal wurde unser Flug gestrichen, mal hieß es, unser Hund darf nicht mit! Es ist zum Verzweifeln…“

Kurt Davis (33), Eishockey-Profi, mit Frau Stephanie (28) und Tochter Nellie

Sarah Brenner

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Rubriklistenbild: © Jens Hartmann

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