Passagier mit Mundschutz am Flughafen München. 

Noch immer landen Maschinen aus Risikogebieten im Erdinger Moos

Corona: Wie der Flughafen die Einreisen kontrolliert

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Zum Schutz vor dem Coronavirus sind die Grenzen dicht. Doch wie sieht es mit dem Luftverkehr aus? Ist der Flughafen München ein Einfallstor für die Pandemie?

München – Denn nach wie vor landen im Erdinger Moos Maschinen aus Risikogebieten wie Italien oder China. Der Flughafen selbst weist die Verantwortung von sich. FMG-Sprecher Ingo Anspach erklärt: „Wir stellen lediglich die Infrastruktur bereit. Wer in Zeiten der Corona-Bekämpfung ein- und ausreisen darf, legen die Behörden fest.“

Wegen Corona: Viele Länder lassen keine Ausländer mehr rein

Die Maßnahmen würden aber laufend verschärft. Anspach verweist auf die steigende Zahl von Ländern, die keine Ausländer mehr hineinlassen. „Deswegen macht es keinen Sinn, jetzt in die USA zu fliegen, denn die Airlines müssten die Passagiere gleich wieder mitnehmen.“ In der öffentlichen Kritik steht vor allem Air China, die – wenn auch deutlich reduziert – nach wie vor den Münchner Flughafen ansteuert. Anspach erklärt dazu: „Chinesen dürfen nicht mehr einreisen. Sie sitzen also nicht mehr in den Flugzeugen.“ Vielmehr handle es sich vor allem um Heimreisende. Ankommende Flüge aus Hochrisikogebieten wie Italien werden seit Mittwoch von der Bundespolizei kontrolliert, obwohl im Schengenraum an sich keine Grenzkontrollen stattfinden.

Bundespolizei bekommt laufend neue Anweisungen

Bundespolizeisprecher Christian Köglmeier verweist auf die strengen Regularien des Bundesinnenministeriums. „Wir sichern nicht nur die Schengen-Außengrenzen, sondern nun auch den Binnenraum.“ Einreisen dürfen nur noch Deutsche mit Kindern und Ehepartner, auch wenn die einen ausländischen Pass haben. Ins Land kommen laut Köglmeier zudem Drittstaatenangehörige mit festem Wohnsitz in Deutschland. Eine große Gruppe hierbei sind die Türken. Drittens ist allen EU-Bürgern die Einreise erlaubt, die über Deutschland zu ihrem Wohnort beziehungsweise in ihr Heimatland wollen, also beispielsweise ein Franzose, der von England über Deutschland nach Frankreich reist – klassische Umsteiger.

Jetzt wird auch innerhalb Europas kontrolliert

Nach einer Verfügung des Innenministeriums vom Mittwoch kontrolliert die Bundespolizei alle Einreisenden aus Italien, Spanien, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und aus der Schweiz. „Es muss ein dringender Reisegrund vorliegen“, erklärt Köglmeier. Darunter fallen Berufspendler und Menschen, die in Deutschland medizinisch behandelt werden oder Sterbende ein letztes Mal sehen wollen. Diese aber auch nur, wenn sie keine Krankheitssymptome zeigen. Einige höhere zweistellige Zahl Reisende habe man deswegen bereits abweisen müssen. „Grundsätzlich ist es unsere Aufgabe, Pässe und Visa zu kontrollieren“, erklärt Köglmeier. „Aber wir schauen natürlich auch, ob Passagiere dabei sind, die an Corona erkrankt sein könnten.“ Dann werde die Task Force des Landesamts für Gesundheit dazu geholt.

Ohne Karte kommt keiner aus dem Flieger

Auch Flughafen-Sprecher Anspach berichtet, dass verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gelten: „Jeder Fluggast muss eine Karte ausfüllen, um Infektketten nachvollziehen und andere Reisende im Ansteckungsfall informieren zu können.“ Die Crews seien angewiesen, Verdachtsfälle vor der Landung zu melden. Fieberkontrollen gibt es im Erdinger Moos (noch) nicht. „Das gilt als nicht besonders wirkungsvoll. Denn nicht jeder Infizierte hat schon erhöhte Temperatur. Und es kann gut sein, dass das Fieber wegen Medikamenten nicht nachweisbar ist“, so Anspach. Einfach einstellen könne die FMG die Fliegerei ohnehin nicht. „Wir unterliegen einer Betriebspflicht.“ Restriktionen könnten nur Bund oder Europäische Union anordnen. HANS MORITZ

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