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In drei Kontinente starten die Frachtmaschinen vom Typ Boeing 747 und 777, die der Deutsche-Bahn-Logistiker DB Schenker vom Flughafen München aus auf die Reise schickt. Luftfracht hat in der Corona-Krise erheblich an Bedeutung zugelegt.

DB-Logistiker Schenker baut internationale Luftfracht-Verbindungen auf – München ist eines der Cargo-Drehkreuze

In der Corona-Krise wachsen der Deutschen Bahn Flügel

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Corona-Pandemie macht Luftfracht immer wichtiger. Das bekommt jetzt auch der Flughafen München zu spüren - er wird stärker zum Cargo-Drehkreuz.

Flughafen – Der Flughafen München ist vor allem ein Drehkreuz für die Passagier-Luftfahrt und war bislang eher weniger ein Umschlagsort für Luftfracht. Güter werden hier überwiegend von Linienmaschinen als so genannte Beiladefracht mitgenommen. Das ändert sich zunehmend, die Entwicklung wird von der Corona-Krise befeuert. Denn in Zeiten geschlossener Grenzen, Lockdowns und Ausgangssperren gewinnt der Gütertransport in der Luft an Bedeutung. So wurden zu Beginn der Pandemie Tausende Tonnen Sicherheitsgüter wie Masken über den Airport im Erdinger Moos umgeschlagen.

Vor dem Hintergrund der fortdauernden Krise – immer noch findet nur ein Bruchteil des Reiseverkehrs statt – erweitert der Bahn-Logistiker DB Schenker sein globales Netz an Cargoverbindungen. Erstmals in der Unternehmensgeschichte verbinden eigene Flüge Amerika, Europa und Asien direkt miteinander.

Dieser Tage startete am Flughafen München die erste von zwei Strecken, welche drei Kontinente verbinden. Das neue Angebot ergänzt nach Konzernangaben die bestehenden Verträge, die Schenker mit mehreren Fluggesellschaften unterhält. „Es ist eine Reaktion auf den anhaltenden Mangel an Frachtkapazitäten auf Passagierflügen“, so ein Sprecher. Pro Woche könnten die 43 Flüge von DB Schenker so viel Fracht transportieren, wie in 135 Großraum-Passagierflugzeuge passen.

Thorsten Meincke, Vorstand für Luft- und Seefracht bei DB Schenker, berichtet: „Da der Passagierverkehr noch immer weit von einer Erholung entfernt ist, haben wir uns entschlossen, neue und zuverlässige Frachtoptionen für unsere Kunden zu schaffen. Ich freue mich besonders über unsere neuen Verbindungen über den Flughafen München. Unser bestehendes und bereits starkes Streckennetz an Flügen wird dadurch noch globaler.“

Seit Ende Januar führt die erste neue Verbindung von Chicago über München nach Tokio und weiter nach Seoul, bevor sie zurück nach Deutschland und von dort wieder in die USA geht. Durchgeführt wird sie von der US-amerikanischen Fluggesellschaft National Airlines. Die wöchentliche Kapazität liegt bei 400 Tonnen.

Die zweite Verbindung wird laut Schenker Ende Februar aufgenommen und führt abwechselnd von München nach Chennai (Indien) und von München nach Chicago – mit einer wöchentlichen Kapazität von 300 Tonnen. Diese Luftbrücke wird vorerst für ein Jahr aufrecht erhalten. Zum Einsatz kommen dabei Vollfrachter-Jets der Typen Boeing 747 und 777. Kunden sind laut Schenker vor allem die Automobil- und die Konsumgüterindustrie – Tendenz krisenbedingt steigend. Schenker sichert zu, die Verbindungen auch zu nutzen, um den Covid-19-Impfstoff um die Welt zu fliegen.

Flughafenchef Jost Lammers ist froh und stolz über die neue Rolle als Fracht-Drehkreuz. In Zeiten des darnieder liegenden Passagierverkehrs sei die Fracht umso wichtiger.

Über DB Schenker:

Die Schenker AG gehört eigenen Angaben zufolge mit knapp 77 000 Mitarbeitern an über 2100 Standorten in über 130 Ländern zu den größten Logistikern weltweit. Das Unternehmen bietet Landverkehr, Luft- und Seefracht sowie umfassende Logistiklösungen und eine Steuerung von Waren über die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoffproduzenten bis zum Endverbraucher („Supply Chain Management“) an. 

ham

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