1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Flughafen München

Nach Corona-Katastrophenjahr: Flughafen München kämpft sich aus der Krise - Riesen Andrang in den Sommerferien

Erstellt:

Von: Hans Moritz

Kommentare

2020 verlor die FMG 37 Millionen Passagiere, nur 11,1 Millionen starteten und landeten. Die Zahl der Starts und Landungen ging um 65 Prozent zurück. Nun befindet sich der Moos-Airport in der Genesungsphase.
2020 verlor die FMG 37 Millionen Passagiere, nur 11,1 Millionen starteten und landeten. Die Zahl der Starts und Landungen ging um 65 Prozent zurück. Nun befindet sich der Moos-Airport in der Genesungsphase. © Peter Kneffel

Hinter dem Flughafen München liegt das schwierigste Jahr seiner Geschichte. Corona hat den Luftverkehrs monatelang nahezu zum Erliegen gebracht. Nach Abflauen der dritten Welle beginnt auch im Erdinger Moos nun die wirtschaftliche Genesungsphase.

Flughafen München - 2020 verlor die Flughafen München Gesellschaft (FMG) 37 Millionen Passagiere, nur 11,1 Millionen starteten und landeten. Die Zahl der Starts und Landungen ging um 65 Prozent zurück. Nun befindet sich der Moos-Airport in der Genesungsphase. In den Sommerferien sind 24 000 Flüge geplant, der Andrang ist groß. Umso wichtiger ist für FMG und Airlines das Sommerreisegeschäft. Das liegt freilich nach wie vor deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau.

Flughafen München: 65 Prozent weniger Starts und Landungen während Corona

In ihrem Politikbrief zieht die FMG nun eine Gesamtbilanz des ersten Corona-Katastrophenjahrs. Nur 11,1 Millionen Passagiere hatten 2020 den Moos-Airport für Start oder Landung genutzt. Das ist das niedrigste Ergebnis seit Eröffnung des Flughafens im Mai 1992. Die Pandemie hat Deutschlands zweitgrößten Airport 37 Millionen Passagiere im Vergleich zu 2019 gekostet. „Noch nie hat es einen vergleichbaren Rückgang gegeben“, schreiben Vanessa Haumberger, Leiterin Politik in der FMG, sowie Hans-Joachim Bues, Leiter der Konzernkommunikation.

Die Dimension der Talfahrt veranschaulicht dieser Vergleich: Mit über sechs Millionen Passagieren wurden in den von der Pandemie noch nicht betroffenen Monate Januar und Februar mehr Fluggäste verzeichnet als in allen zehn darauffolgenden Monaten zusammen.

Die Zahl der Starts und Landungen ging um satte 65 Prozent zurück – in Zahlen: um 270 000 auf 147 000. Weniger drastisch fällt der Einbruch bei der Luftfracht aus. 151 000 Tonnen waren es im vergangenen Jahr. „Der im Vergleich zu den Passagierzahlen moderatere Rückgang um gut die Hälfte zeigt unter anderem die hohe Bedeutung der Fracht bei der Bereitstellung medizinischer Güter“, resümieren Haumberger und Bues.

Flughafen München: Viele Flüge in den Sommerferien gebucht - vor allem nach Spanien

Wo keine Flieger starten und landen und keine Menschen die Terminals, Geschäfte und Restaurants füllen, sackt der Umsatz in den Keller. Ihn beziffert die FMG mit 580 Millionen Euro, was einem Rückgang von rund 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, als es 1,6 Milliarden Euro waren. Unterm Strich schloss die FMG das Geschäftsjahr mit einem Minus von 320 Millionen Euro ab. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es noch 178 Millionen Euro Gewinn gewesen. Auch heuer muss sich FMG-Chef Jost Lammers auf rote Zahlen gefasst machen.

Dabei hatte der Konzern bereits im Frühjahr massiv umgesteuert, „um Verluste zu begrenzen und Liquidität zu sichern“, wie es im Politikbrief heißt. Für einen Großteil der rund 10 000 Mitarbeiter wurde Kurzarbeit eingeführt, das Terminal 1 sowie der T2-Satellit stillgelegt – Letzterer ruht bis heute – sowie Investitionen verschoben. Das brachte laut Haumberger und Bues ein Einsparvolumen von rund 530 Millionen Euro.

Der Sommerreisverkehr wird noch nicht die Wende bringen, zumindest aber eine erste Stabilisierung der angespannten wirtschaftlichen Lage. „Wir erwarten deutliche Zuwächse bei Flügen, Zielen und Passagieren“, gibt sich Lammers zuversichtlich. Bis Mitte September, dem Ende der Schulferien in Bayern, sind nach den bisher vorliegenden Anmeldungen der Fluggesellschaften rund 24 000 Flüge zu 175 Destinationen geplant. Der Spitzentag wurde bereits am ersten Ferientag, dem 31. Juli, mit 561 angemeldeten Passagierflügen erreicht. Der Tagesdurchschnitt in den Ferien liegt bei 517 Starts und Landungen, knapp 200 Flüge mehr als im Juni dieses Jahres, so ein Sprecher der FMG. In den Sommerferien erreicht das Verkehrsaufkommen damit knapp die Hälfte des Vorkrisenniveaus.

Die meisten Auslandsflüge führen in den Sommerferien mit über 1000 Starts nach Spanien – insbesondere zu Zielen auf den Balearen und den Kanaren. 825 Maschinen heben in Richtung Griechenland ab. Hier werden am häufigsten Heraklion, Athen, Thessaloniki und Rhodos angesteuert.

Flughafen München: 750 Flieger starten nach Italien

750 Mal starten Flugzeuge in den kommenden sechs Wochen zu italienischen Zielen: Neben Rom, Mailand und Neapel sind es 14 weitere italienische Destinationen. In der Türkei sind es insgesamt neun Ziele, wobei die meisten Flüge auf Antalya, Istanbul und Ankara entfallen. In Portugal werden Lissabon, Faro, Porto sowie die Atlantikinsel Madeira angeboten.

Trotz strenger Einreisebeschränkungen wurden über 300 Verbindungen in Richtung Nordamerika sowie Kanada angemeldet. Auch die Golfregion ist mit Doha, Dubai und Abu Dhabi wieder im täglichen Programm des Münchner Flughafens.

Noch mehr Nachrichten vom Flughafen München lesen Sie hier. Weitere Nachrichten aus der Region Erding gibt es hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Erding-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare