Eisregen: Notaufnahme meldet Hochbetrieb

Erding - Die fürs Wochenende angekündigte Schneewalzer war im Landkreis eher ein Schneewalzer. Statt der weißen Pracht gab’s am Samstag Eisregen – mit teilweise schmerzhaften Folgen.

Drei Verkehrsunfälle ereigneten sich am Samstag in Folge spiegelglatter Fahrbahnen. Vor allem auf Seitenstraßen hatten es Autofahrer und Fußgänger mit geschlossenen Eisdecken zu tun. Die erste eisregenbedingte Kollision ereignete sich gegen 7.30 Uhr auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Oberdinger- und Notzingermoos. Polizeiangaben zufolge geriet der Mercedes Sprinter eines 30-Jährigen ins Schleudern und kam von der Fahrbahn ab. Der Fahrer blieb unverletzt, der Sachschaden ist mit 20 000 Euro aber beträchtlich. Gegen 16 Uhr rutschte zwischen Schwaig und Hallbergmoos ein Kleinwagen von der Straße und prallte mit der Beifahrerseite gegen einen Baum. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Die Kontrolle über seinen Mietwagen verlor kurz vor 23 Uhr ein 36-Jähriger mitten in Eichenried. Der Mercedes rutschte auf glatter Straße über die Einmündung Schönstraße/Freieneck hinaus und prallte mit der Fahrertür gegen einen Baum. Am Auto entstand ein Schaden von 1500 Euro, der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

Doch nicht nur Autofahrer hatten mit den Folgen von Tief Daisy zu kämpfen. „Bei uns war übers Wochenende deutlich mehr los als sonst“, hieß es am Sonntag aus der Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Erding. Ärzte und Pfleger bekamen reihenweise sturzbedingte Folgen auf den Tisch: Brüche, Prellungen, und Überdehnungen.

Optimal aufs Wetter eingestellt hatten sich offensichtlich die Autofahrer im östlichen Landkreis: Von dort meldet die Dorfener Polizei keine einzige Kollision. Das gilt auch für die Autobahn A 92 München – Deggendorf, die permanent gut gestreut war.

Gefrierender Sprühregen hat am Samstag den Münchner Flugverkehr laut Pressesprecher Florian Steuer nur wenig beeinträchtigt. Zweimal musste die Südbahn, einmal die Nordbahn gesperrt werden, damit die 150 Mann starke Schicht des Winterdienstes die Piste entsprechend präparieren konnte. Weil so der Flugbetrieb zumindest auf einer Bahn stets gewährleistet war, sei es nur zu geringfügigen Verspätungen gekommen, „die nicht der Rede wert sind“, so Steuer. Insgesamt seien rund 20 Starts abgesagt worden. „Die Airlines haben aber die Flüge schon vorzeitig rausgenommen, weil die Umläufe aufgrund der Verhältnisse an anderen Flughäfen nicht mehr wie geplant klappten“, sagte der Flughafensprecher. Das habe sich am Sonntag so fortgesetzt. Speziell wegen des Münchner Wetters habe es indes keine einzige Annullierung gegeben.

(ham/pir)

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