Volle Kraft gegen Väterchen Frost: EFM-Mitarbeiter Florian Hilz bei der Leitwerksenteisung eines Airbus A 320 der Lufthansa am Startbahnkopf Südwest in seinem „Elefanten“. Foto: Hennies/FMG

Enteiser am Flughafen im Dauerstress

Flughafen - Auf diese Elefanten und Eisbären schauen zur Zeit die Flughafenbetreiber aus der gesamten verschneiten Welt.

Denn während andernorts die Flugpläne durcheinanderkommen, weil das Enteisungmittel ausgeht, läuft es im Erdinger Moos diesbezüglich wie am Schnürchen. „Wir haben keine Probleme, bei uns ist Glycol noch in ausreichender Menge vorhanden“, versichert eine Sprecherin der Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen. Die EFM ist eine Tochter der Flughafen München GmbH und der Lufthansa.

Das Geheimnis des Erfolgs: „Bei uns wird das gesamte Enteisungsmittel recycelt“, heißt es von der EFM. Die Flüssigkeit wird in Spaltböden abgefangen und gesammelt. „Wenn der Glycolgehalt bei über fünf Prozent liegt, bereiten wir das Mittel auf“, so die Sprecherin. Etwa 65 Prozent könnten so wiederverwendet werden.

24 Enteisungsfahrzeuge stehen bereit. 90 Mitarbeiter stehen im Schichtdienst Gewehr bei Fuß - oft bis tief in die Nacht, ehe der letzte Flug abgewickelt ist. Bei extremer Witterung sind alle Eisbären und Elefanten, so die verniedlichenden Namen der Hightech-Geräte, im Einsatz. Insgesamt gibt es zwölf Enteisungsflächen: pro Startbahn jeweils drei an jedem Ende der Runway.

„Die vergangenen Tage war hier viel los“, heißt es auf Anfrage. Spitzentag sei der 15. Dezember gewesen, als binnen eines Tages 400 Maschinen behandelt werden mussten. Die Entscheidung darüber trifft übrigens jeder Kapitän vor Abflug für sich.

Die Spritzdüsen können auch bei Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes vonnöten sein. „Das ist etwa dann erforderlich, wenn eine Maschine mit vollem Tank gelandet ist, und deswegen auf den Tragflächen geringere Temperaturen vorherrschen“, so die EFM-Sprecherin. Entscheidend sei: Alle beweglichen Teile an Leitwerk und Tragflächen müssen frei sein. Auch soll überflüssiges Gewicht durch Eisablagerungen verhindert werden. Die Triebwerke werden übrigens nur mit Heißluft behandelt, damit sich alle Lamellen frei drehen können.

(Hans Moritz)

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