60 Millionen Euro hat der Dachgang (vorne) auf dem Terminal 2 gekostet. Er dient der Trennung der Passagierströme nach Richtlinien der Europäischen Union. Foto: ham

EU-Kommission lockert Sicherheitsbestimmungen für US-Umsteiger

Flughafen - Durchreisende Fluggäste aus den Vereinigten Staaten können sich ab 1. April eine Kontrolle sparen.

Die gesonderte Untersuchung bei der Landung auf europäischem Boden im Transitbereich soll entfallen, so die EU-Kommission. Diesem Beschluss liegt eine Vereinbarung mit der US-Regierung zu Grunde. Brüssel hat mittlerweile festgestellt, dass die dortigen Kontrollen den hohen europäischen Standards entsprechen.

Die Flughafen München GmbH (FMG) und die Lufthansa als gemeinsame Eigentümer des Terminals 2 haben erst vor genau zwei Jahren einen 60 Millionen Euro teuren Dachgang auf dem Terminal 2 in Betrieb genommen, um den EU-Richtlinien Folge zu leisten. Diese sehen eine strikte Trennung zwischen Passagieren vor, die nach EU-Standards gecheckt, und solchen, die nach anderen Richtlinien überprüft wurden. Die EU spricht von „clean“ und „unclean“ (rein/unrein).

Nun stellt sich die Frage: Wurden die 60 Millionen Euro in den Sand gesetzt? „Das ganz bestimmt nicht“, erwidert FMG-Sprecher Ingo Anspach auf Anfrage unserer Zeitung. Denn die zum 1. April in Kraft tretende Lockerung betreffe nur die Durchreisenden aus den USA und einigen wenigen anderen Ländern, die mit der EU eine Übereinkunft über die Kontrollintensität getroffen haben. „Alle anderen Fluggäste aus Nicht-EU-Staaten müssen weiter getrennt in den Flughafen geführt werden“, so Anspach. Kurios: In die Unclean-Kategorie fallen auch Passagiere aus Israel, gleichwohl dort mit die strengsten Sicherheitsbestimmungen weltweit gelten.

Pro Jahr nutzen rund 1,5 Millionen Umsteiger den Dachgang, jeder Dritte kommt nach den Worten Anspachs aus den USA. Das heißt: Nach dem 1. April werden es nur noch 500 000 „unclean passengers“ sein.

Die Separierung der Einreisenden im Terminal 1 war nach den Worten Anspachs weniger aufwändig, „weil wir dort ein dezentrales Ausgangssystem haben“.

Der FMG-Sprecher gab zu: „Die Umsetzung solcher Richtlinien ist natürlich immer schwierig und mit immensen Kosten verbunden. Da kommt man nicht aus, das ist alternativlos.“

(Hans Moritz)

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