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Express-Bus keine Alternative zum Ringschluss

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Parkplatzsuche und hohe Gebühren ade: Der Pendelbus zwischen Flughafen und Landshut kommt gut an. Eine zweite Route nach Erding scheint jedoch unwahrscheinlich. Foto: FMG
Parkplatzsuche und hohe Gebühren ade: Der Pendelbus zwischen Flughafen und Landshut kommt gut an. Eine zweite Route nach Erding scheint jedoch unwahrscheinlich. Foto: FMG © AUTO_ERD

Erding/Flughafen - Immer mehr Bürger zweifeln am S-Bahn-Ringschluss. Könnte ein Expressbus zum Airport, wie er nach Landshut fährt, die Alternative sein? Experten raten ab.

Zum 1. Dezember 2008 ist Landshut ein gutes Stück näher an den Flughafen gerückt. Denn an diesem Tag nahm die Airport-Linie ihren Betrieb auf. Von der Altstadt geht’s für 10,50 Euro über den Hauptbahnhof, die Münchnerau und Moosburg-Nord direkt zum München Airport Center. 35 Minuten brauchen die Pendelbusse für die rund 40 Kilometer lange Strecke auf Autobahn und Flughafentangente.

„Der Betrieb ist gut angelaufen, wir verzeichnen weiterhin steigende Zahlen“, berichtet Andreas Scharf, dessen Unternehmen die Strecke mit Reisebussen betreibt. Im August habe man den 200 000. Fahrgast begrüßt. Scharf gibt aber auch zu: „Noch fahren wir nicht in den schwarzen Zahlen, und die Anschubfinanzierung der Stadtwerke Landshut läuft demnächst aus.“

Glücklich über das neue Angebot - der Bus verkehrt von 3 Uhr morgens bis 23 Uhr abends im Stundentakt - ist Landshuts Oberbürgermeister Hans Rampf (CSU). „Nach einem ersten, erfolglosen Versuch vor neun Jahren haben wir später gemerkt, dass immer mehr Arbeitnehmer und Touristen zum Flughafen wollen.“ Daher habe es einen zweite Versuch der Stadt, den Stadtwerken und dem Landkreis gegeben. Mit Erfolg. „Wir zählen monatlich bereits 12 000 Fahrgäste, der Bedarf ist also da“, so der OB. Die Buslinie stärke den Wirtschafts- und Tourismusstandort Landshut enorm.

Ist das Erfolgsmodell auf Erding übertragbar, sollte der Ringschluss tatsächlich gar nicht oder erst in vielen Jahren kommen? Busunternehmer Scharf rät davon ab. „Derzeit fahren die Busse von Erding im 40-Minuten- und an den Wochenenden im 80-Minuten-Takt an den Flughafen - und zwar über die Dörfer.“ Sollte nun ein Shuttle eingesetzt werden, verliert die längere Route natürlich an Attraktivität. Scharf erinnert daran, „dass es politischer Wille und auch aus unserer Sicht sinnvoll ist, die Landgemeinden anzukoppeln“, so Scharf. Außerdem sei die Linie Bestandteil des Schulbusnetzes. Verschärft würde die Konkurrenz, weil auch der Expressbus Bestandteil des MVV wäre. „Das heißt, die schnellere und kürzere Lösung wäre genauso teuer wie die bestehende Route.“ Der Fahrpreis beträgt 4,80 Euro.

Scharf kann sich auch für de Streckenführung nicht begeistern. „Mit der FTO haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, dass unsere Busse etwa nach einem Unfall im Stau stehen und dann gar nichts mehr geht.“ Die FTO werde, wenn möglich, gemieden.

Auch Erdings Zweiter Bürgermeister Ludwig Kirmair (CSU), der derzeit in Vertretung für den urlaubenden Max Gotz die Amtsgeschäfte führt, kann sich für die Expressbus-Idee kaum erwärmen. „Nehmen wir mal an, die Strecke etabliert sich. Dann bräuchten wir ja eine ganze Flotte, um die S-Bahn zu ersetzen“, rechnet er durch. Die Züge würden nicht nur schneller fahren, sondern seien auch fahrplantreuer. „Jeder Schienenersatzverkehr zeigt uns die Grenzen auf“, so Kirmair. Für ihn wäre ein Expressbus „allenfalls eine temporäre Notlösung“.

(Hans Moritz)

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