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Volles Haus bei der Fachkonferenz zur IT-Sicherheit am Flughafen: Michael Kerkloh (r.) begrüßte die Gäste. 

Erste Munich Airport Information Security Conference

Treffen der Cyber-Jäger

Cyberkrieg am Münchner Flughafen: Angriff und Abwehr auf Daten und Computersysteme wurden im Information Security Hub (ISH) am Flughafen geübt: In Rollenspielen. In der Realität ist das oft bitterer Ernst – und das täglich. Den Rahmen dafür bildete die erste Munich Airport Information Security Conference.

Flughafen  Der Aufruf von ISH-Chef Marc Lindike, alle Teilnehmer sollten Titel und Ränge beiseitelassen und sich ausschließlich als IT-Experten sehen, markierte ein hehres Ziel: Denn teils waren hochrangige Gäste gekommen, darunter der frühere führende Geheimdienstler Israels, Yuval Diskin, oder der Vertreter des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Harald Niggemann.

Lindike meinte: „Wir sind alle eine große Familie, die zusammenhalten muss.“ Genau darum ging es in der Konferenz. Organisator Michael Zaddach und Lindike stellten den Gästen zunächst den ISH vor, eine weltweit einzigartige Einrichtung an einem Flughafen. Gegründet in der Erkenntnis, dass man gegen die Cyber-Kriminalität zusammen halten müsse, habe man diese Möglichkeiten mit Arbeitsplätzen für Angreifer und Verteidiger geschaffen.

Lindike appellierte an die Kollegen, sie mögen doch bitte nicht in jedem Unternehmen, in jedem Amt, versuchen, das Rad neu zu erfinden. „Hier ist der Platz zum gemeinsamen Lernen“, um den Hackern immer einen Schritt voraus zu sein.

Niggemann verdeutlichte die Bedrohungslage an konkreten Zahlen: 400 000 Terabyte Daten würden im Jahr 2021 pro Stunde um den Globus geschickt, so seine Prognose. 39 000 Schadprogramme täglich würden neu identifiziert, jedes dritte Unternehmen sei schon Opfer von Cyber-Attacken geworden. Und alle Sektoren könnten betroffen sein. Niggemann unterschied verschiedene „kritische Infrastrukturen“, die alle ihre eigenen Anforderungen an die Sicherheit hätten: Verkehr und Gesundheitswesen, Energieversorgung und kommunale Versorgungsinfrastruktur wie Wasserwerke. Dazu natürlich alle Ebenen der Regierung und öffentlichen Verwaltung.

Die Pausen wurden intensiv genutzt: Möglichkeiten, Fragen vorab zu formulieren, wurden geschaffen, regelrechte Kontaktbörsen eingerichtet – Sammelbecken für die Jäger der Gefahren aus dem weltweiten Netz.

Der ISH wurde voriges Jahr in der alten Luftpostleitstelle aus der Taufe gehoben – als Trainingscenter gegen Cyber-Attacken nicht nur gegen den Flughafen.  klk

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