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Bereit fürs Ozapft is (v. l.) Allresto-Geschäftsführer Gerhard Halamoda, Braumeister René Jacobsen, Wirt Klaus Dörfler und Geschäftsführer Andreas Reichert.

Flughafen-Gastronomie Allresto kämpft sich aus dem Corona-Loch – Aktionen sollen Gäste aus Umland zurückholen

Airbräu: Eine Mini-Wiesn als Mutmacher

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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In München fällt es aus, am Flughafen gibt es zumindest eine Mini-Wiesn. Wie ist die FMG-Gastro-Tochter eigentlich durch die Corona-Krise gekommen? Wir haben mit den Chefs gesprochen.

Flughafen – Mit Schrecken denken die beiden Geschäftsführer der Gastro-Tochter der Flughafen München GmbH, Gerhard Halamoda und Andreas Reichert, an das vergangenen halbe Jahr zurück. „Am 17. März mussten wir zusperren. Erst am 18. Mai ging es ganz langsam und im Kleinen wieder los“, berichten die Allresto-Chefs im Gespräch mit unserer Zeitung. Die insgesamt 54 Betriebe und rund 750 Mitarbeiter sind nicht nur wie die gesamte Branche von der Corona-Krise betroffen, sie hängen zusätzlich auch vom Wohl und Wehe der Luftfahrt ab. Denn wo keine Passagiere, Abholer, Besucher und Mitarbeiter, da gibt es auch keine Hungrigen und Durstigen.

Ein paar Lokale hatten immer offen

Während des Lockdowns waren aber nicht alle Lokale und Bars geschlossen. Denn so wie der Moos-Airport als kritische Infrastruktur offenbleiben musste, hielt die Allresto ein Not-Programm aufrecht. „Der McDonald’s im MAC, das Hilton-Hotel und die eine oder andere Kantine hatten durchgängig geöffnet“, berichtet Reichert.

Bis heute sind nicht alle Allresto-Lokale wieder am Start. „Die Lage ist volatil“, schildert er. „Welche Lokale wann geöffnet sind, hängt von der jeweils aktuellen Lage ab. Wenn Terminal-Bereiche stillgelegt werden, betrifft das auch unsere Einrichtungen“, ergänzt Halamoda.

Alle Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. „Etwa 200 konnten wir schon zurückholen“, sagt Halamoda. Für die Belegschaft gelte das Gleiche wie für den gesamten FMG-Konzern: „Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen. Aber derzeit gibt es keine Neueinstellungen“, so Halamoda.

Allmählich nehmen die Gästezahlen wieder zu

Mittlerweile ziehen die Gästezahlen wieder an, auch wenn sie weiter deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau liegen. „Es findet ja auch nur 20 Prozent des üblichen Verkehrs statt“, berichtet Halamoda. Und doch will die Allresto jetzt ein Signal senden – vor allem an die Gäste aus dem Flughafen-Umland: „Wir sind wieder da.“

Und so startet an diesem Samstag die Airbräu-Wiesn. Dann wird das erste Fass Gaudium angezapft. Braumeister René Jacobsen hat 2000 Liter bernsteinfarbenes Festbier mit 14 Prozent Stammwürze und 5,9 Volumenprozent Alkohol gebraut. „Die ersten 50 Liter gibt es gratis“, verspricht der neue Airbräu-Wirt Klaus Dörfler (siehe Kasten). Das Gaudium werde so lange ausgeschenkt, wie der Vorrat reicht. Oktoberfeststimmung im Kleinen herrscht bis zum 4. Oktober.

Ein bisserl Wiesn-Flair

„Wir haben das Airbräu mit kleinen Boxen mit vier, acht oder zehn Plätzen bestückt – wie auf der echten Wiesn. So kommt Flair auf, und wir schützen unsere Gäste vor Corona“, verspricht Reichert. Größere Gruppen könnten aber auch eine der Stubn anmieten. Täglich ab 17 Uhr wird Livemusik gespielt, es gibt einen Bauchladen mit Wiesn-Accessoires, und im MAC dreht sich ein Kinderkarussell. In einer Fotobox kann sich jeder eine individuelle Erinnerung holen.

Dörfler empfiehlt das Wiesn-Menü mit einer Mass Bier, einem Brotzeitbrettl und einem Kaiserschmarrn für 40 Euro. Die de-Luxe-Variante kostet 69 Euro – mit Aperol Sprizz als Aperitif und Champagner als Abschluss. Zudem kann man ein Fünf- oder Zehn-Liter-Fassl ordern, „das die Gäste dann natürlich selbst anzapfen dürfen“, verspricht Jacobsen. Die Mass kostet übrigens 6,90 Euro, nur halb so viel wie sonst auf dem „echten“ Oktoberfest üblich.

Bei der Allresto weiß man, dass viele noch den Restaurantbesuch scheuen, vor allem in Innenräumen. Deswegen gibt es die Wiesn-Schmankerl auch zum Mitnehmen. Reichert empfiehlt vor allem die „Duck to go“, eine Ente mit Beilagen zum Fertigbraten, damit der Geschmack nicht verloren geht.

Planung für den Winter

Auch für die kalte Jahreszeit ist etwas in Planung, zumal der Wintermarkt abgesagt wurde (siehe Bericht oben). Es sollen ein paar Hütten mit E-Heizpilzen aufgestellt werden. So könnten auch kleine Firmenevents wie ein Glühweinempfang statt einer Weihnachtsfeier stattfinden. Zum Jahreswechsel heißt es dann „Silent Silvester“. Eine größere Party und das Büfett im Leysieffer sind abgesagt.

Infos gibt es unter www.allresto.de oder tagesaktuell auf der Instagram-Seite des Airbräu. ham

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