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Zweitgrößter Airport in Deutschland: der Flughafen München.

Frust bei allen Parteien

„Null Komma null“ Auskunft zum Flughafenkonzept

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Ein vertieftes Flughafenkonzept für Bayern sollte vom Ministerium präsentiert werden - doch daraus wurde nichts. Parteiübergreifend hagelte es dafür Kritik.

  • Der Flughafen München entwickelt sich immer mehr zum internationalen Drehkreuz.
  • Seit Jahren wird über eine mögliche dritte Startbahn diskutiert.
  • Das Bau- und Verkehrsministerium sollte nun über ein vertieftes Flughafenkonzept in Bayern berichten.

München – Der Frust war parteiübergreifend zu hören: „Sie haben ja null Komma null gesagt“, empört sich die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Aures. Der FDP-Abgeordnete Sebastian Körber nahm die dünnen Ausführungen „mit Befremden“ zur Kenntnis, und auch Ulrike Scharf (CSU) bekannte: „Da hätte ich mir mehr erwartet.“

Der geballte Unmut traf gestern Nachmittag im Landtag die Staatsbeamtin Ute Schinner-Stör. Die Referatsleiterin Luftverkehr im bayerischen Bau- und Verkehrsministerium sollte eigentlich über die Erarbeitung eines vertieften bayerischen Flughafenkonzepts berichten. Das Konzept haben CSU und FW vor einem Jahr im Koalitionsvertrag vereinbart. Es soll einerseits die Drehkreuzfunktion des Flughafens München berücksichtigen, andererseits aber auch eine Zukunftsperspektive für die kleinerenFlughäfen Nürnberg und Memmingen skizzieren. Auf letzteres drängen die Freien Wähler, die hoffen, einen Teil des Flugverkehrs von München in andere Regionen verdrängen zu können – und so den Bau einer 3. Startbahn auf lange Sicht abwenden wollen.

Kein Antrag auf Abwendung der 3. Startbahn in Sichtweite

Doch es schaut nicht so aus, als könnte dieser Punkt des Koalitionsvertrags einigermaßen zeitnah abgearbeitet werden. Zurzeit ist nicht einmal der Auftrag für ein solches Konzept in Sichtweite, bekannte Schinner-Stör im Verkehrsausschuss des Landtags. Nach vier Minuten war ihr Vortrag schon zu Ende, danach flüchtete sie sich ein ums andere Mal in die Floskel: „Dazu kann ich keine Angaben machen.“

Hintergrund der dürren Auskünfte ist auch eine Machbarkeitsstudie für einenFernbahnhof am Flughafen München, die Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) erst kürzlich in Auftrag gegeben hat. Solange diese Studie nicht vorliege, mache ein Flughafenkonzept keinen Sinn, sagte Schinner-Stör. Die Machbarkeitsstudie soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 vorliegen. Erst danach könne das Flughafen-Gutachten europaweit ausgeschrieben werden. Auch ungefähre Angaben, wann das Gutachten vorliegen könnte und welche Fragestellungen es beantwortet, blieb die Beamtin aber schuldig. Das ärgerte auch den Freisinger Grünen-Abgeordneten Johannes Becher, schließlich schwebe über all dem die3. Startbahn. „Natürlich haben wir in der Region da unsere Befürchtungen – wir wären ja sonst naiv und dumm.“

Dirk Walter

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