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Drohnenjäger im Einsatz: Spezialisten der Deutschen Flugsicherung testeten Verfahren, um die kleinen Flugobjekte ausfindig zu machen und zu entschärfen. 

Deutsche Flugsicherung testet Detektionssysteme, um Flughäfen sicherer zu machen

Die Drohnen-Fahnder

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Drohnen haben rund um Flughäfen nichts zu suchen, sie sind lebensgefährlich. Nun wurden auch am Moos-Airport Abfangsysteme getestet.

Flughafen – Klein, aber ungemein gefährlich sind Drohnen, wenn sie in der Nähe von Flughäfen eingesetzt werden. Fürs Radar sind viele der schwer in Mode gekommenen Flugobjekte nicht erkennbar, im Extremfall können sie aber eine startende oder landende Maschine zum Absturz bringen. Seit 2015 zählte die Deutsche Flugsicherung (DFS) mehr als 500 Behinderungen durch Drohnen – Tendenz steigend.

Im Frühjahr war der Frankfurter Flughafen nach Drohnen-Sichtungen gleich zweimal für mehrere Stunden lahmgelegt. Am Moos-Airport gab es nach Auskunft von FMG-Sprecher Ingo Anspach im Jahr 2018 14 Drohnen-Sichtungen, im Jahr darauf 15. In den ersten zehn Monaten 2020 waren es nur drei, was Anspach auch auf die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Zeit zurückführt.

Die DFS und die beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München haben diesen Objekten den Kampf angesagt. Ein erster Test zum Aufspüren von Drohnen ist nun zu Ende. Wie sie dann unschädlich gemacht werden können, ist ein anderes Thema. DFS-Sprecherin Ute Otterbein spricht von einer „bislang einzigartigen Machbarkeitsstudie“ ihrer Einrichtung, der FMG und der Fraport AG auf Weisung des Bundesverkehrsministeriums. Sechs Drohnen-Detektionssysteme (DDS) wurden getestet.

Die DFS hat den Auftrag, an den 16 deutschen Verkehrsflughäfen entsprechende Sicherungssysteme zu installieren. Dabei sollen Drohnen unter anderem in einer Entfernung von zehn nautischen Meilen (18 Kilometer) entlang der An- und Abflugrouten aufgespürt werden.

Die Leistungsfähigkeit bisher verfügbarer Technologien war nach Angaben von DDS-Projektleiterin Angela Kies weithin unerforscht. Sie stammten überwiegend aus dem militärischen Bereich und „haben sich als wenig effektiv und nicht sehr zuverlässig erwiesen“, so Kies. Die Systeme müssten unter anderem Drohnen von Fahrzeugen, Vögeln oder Hubschraubern zuverlässig unterscheiden können.

Bei unterschiedlichen Manövern mit abrupten Richtungswechseln, Punktaufstiegen auf Höhen von bis zu 300 Metern über Grund sowie Hochgeschwindigkeitsflügen entlang der Start- und Landebahnen mussten die getesteten Detektionssysteme ihre Leistungsfähigkeit zeigen, sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Die Drohnen flogen dabei teils autonom nach vorher definierten Flugrouten, teils wurden sie per Hand gesteuert.

Ein wesentliches Ergebnis: Eine Universallösung gibt es nicht. „Es wird auf eine Mischung aus verschiedenen Sensortechnologien hinauslaufen, die mit ihren individuellen Stärken ihre jeweiligen Schwächen untereinander ausgleichen“, so die Sprecherin. Die detaillierten Ergebnisse der Tests werden derzeit aufbereitet. 2021 will die DFS ein Auswahlverfahren für geeignete Technologien starten. ham

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