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Auf einem Grundstück am Flughafen München plant ein Investor aus Freising eine Event Arena.

Hat Freising das Nachsehen?

Flughafen München: Riesige Event Arena geplant - doch der Widerstand wächst

  • Sascha Karowski
    VonSascha Karowski
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  • Dirk Walter
    Dirk Walter
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Am Flughafen München plant ein Investor den Bau einer Event Arena mit bis zu 22 000 Zuschauern. In München wächst der Widerstand gegen das Projekt – denn es gibt Pläne, im Stadtgebiet eine eigene Event Arena zu bauen.

München - Besonders viele Freunde hatte die von dem Freisinger Investor SW Munich Real Estate geplante Halle im Westen des Flughafens München noch nie. Erst im April lehnte die Olympiapark GmbH das Projekt strikt ab – es sei eine unliebsame Konkurrenz für die Olympiahalle, sagte Geschäftsführerin Marion Schöne.

Event Arena am Flughafen München: Unliebsame Konkurrenz für Olympiahalle

Nur hat sich die CSU-Stadtratsfraktion offiziell per Antrag gegen die Event Arena auf Freisinger Flur positioniert. Die Stadt München, so heißt es in einem Antrag an den Stadtrat, solle sich im Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH gegen den Verkauf des Flughafengeländes aussprechen und die Halle somit blockieren.

Für diese Initiative gibt es offenbar Gründe: Wie unsere Zeitung erfahren hat, plant das Münchner Wirtschaftsreferat eine eigene Event Arena im Olympiapark – „in einer Größe, die München noch fehlt“, sagt ein Insider. Referent Clemens Baumgärtner (CSU) wollte das gestern mit Verweis auf laufende Gespräche mit den Regierungsparteien nicht kommentieren. Dem Vernehmen nach gibt es aber Pläne für das Gelände des alten Eisstadions.

Event Arena im Olympiapark geplant - „in einer Größe, die München noch fehlt“

Hintergrund ist offenbar, dass Ion Tiriac, Ex-Manager von Boris Becker, das Herren-Tennisturnier Madrid Masters gerne nach München verlegen würde. Wie wir weiter erfahren haben, gab es dazu bereits Gespräche. Eine Event Arena auf dem Flughafen-Areal findet zumindest in München keine Mehrheit. Grüne und die CSU lehnen die Pläne ab. „In München gibt es die Veranstaltungszentren Messe und Olympiapark“, sagt CSU-Stadtrat Alexander Reissl. Beide hätten sich über die Jahrzehnte als erfolgreiche Veranstaltungsorte etabliert.

Insbesondere zur Sanierung des Olympiaparks habe die Stadt in den vergangenen Jahren im dreistelligen Millionenbereich investiert oder muss sie noch investieren. „Viele Veranstaltungen von Messe und Olympiapark holen Besucher in die Stadt, die auch zusätzlich Kaufkraft in die Stadt bringen und die Stadt beleben. Ein Veranstaltungsort weit außerhalb wird diese Anziehungskraft für die Stadt nicht ausüben.“ Grünen-Stadtrat Sebastian Weisenburger sagte auf Anfrage, die Grünen teilten im Grunde diese Meinung. „Wir haben viele Gespräche geführt und sind der Meinung, dass es für die Arena am Flughafen keinen Bedarf gibt.“

Der Investor behaupte zwar, dass eine Halle in Freising keine Konkurrenz zu München bilden würde. Doch in der Landeshauptstadt sehe man das anders, sagt Weisenburger. Auch in der Münchner SPD hält sich „die Begeisterung in Grenzen“, wie Fraktionschef Christian Müller sagt. „Wir würden etwas fördern, was mittelbar von uns mitfinanziert wird, aber nicht dem Münchner Steuersäckel zugute kommt.“ Events sollten „eher in München als in Freising“ stattfinden.

Investor aus Freising plant Event Arena am Flughafen München

Der Investor SWMunich Real Estate aus Freising, hinter dem eine potente Vermögensverwaltungs-KG aus Grünwald steht, will unverdrossen an seiner Planung für die Event Arena (Projektname MUCcc) festhalten. „Wir werden eine moderne Konzertarena für die Metropolregion München entwickeln“, erklärte ein Sprecher. Derzeit werde das Grundstück am Flughafen favorisiert. Ein Problem ist, dass der Aufsichtsrat des Flughafens dem Grundstücksdeal zustimmen müsste – und hier hat die Stadt München in Person von OB Dieter Reiter und Wirtschaftsreferent Baumgärtner Sitz und Stimme. Verweigert sich München, wie von der CSU beantragt, wackelt das ganze Projekt.

Seit geraumer Zeit sucht das Unternehmen nach einer Möglichkeit, mit dem Projekt voranzukommen. Letzter Stand der Dinge: Für die Halle soll von der Stadt Freising ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Da der mögliche Standort als Vorrangfläche Flughafen definiert ist, müsste auch ein Zielabweichungsverfahren eingeleitet werden. Angesichts wachsender Schwierigkeiten könnte es sein, dass sich der Investor nach anderen Grundstücken umsieht. Auf Anfrage unserer Zeitung heißt es: Für die Arena kämen prinzipiell „verschiedene potenzielle Standorte in Frage“. Von Dirk Walter und Sascha Karowski

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