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Vier und viereinhalb Jahre Haft wurden im Landshuter Landgericht für den Heroin-Transport verhängt.

Kurierin und Abholerin müssen ins Gefängnis

Haftstrafen für Drogen am Flughafen: Haarsträubende Geschichten um drei Kilo Heroin

Mit nicht alltäglichen Urteilen endete vor der 1. Strafkammer des Landshuter Landgerichts der Prozess um die Einfuhr von knapp drei Kilo Heroin am Flughafen München.

Flughafen/LandshutMit nicht alltäglichen Urteilen endete vor der 1. Strafkammer des Landshuter Landgerichts der Prozess um die Einfuhr von knapp drei Kilo Heroin am Flughafen München. Die Drogenkurierin kam mit einer moderaten Freiheitsstrafe davon, bei der Abholerin, die die „heiße Fracht“ in Empfang nehmen sollte, legte das Gericht dagegen drauf.

Die zuletzt in den Niederlanden lebende Drogenkurierin war am 14. März aus Johannesburg (Südafrika) kommend im Erdinger Moos gelandet. Bei einer Routinekontrolle fanden Zollfahnder im doppelten Boden im Koffer Druckverschlusstüten mit Heroin – insgesamt 2912 Gramm mit einem Wirkstoffgehalt von rund 60 Prozent.

Kurierin kooperiert und überführt die Abholerin

Nach ihrer Festnahme packte die 37-Jährige mit burundischen Wurzeln aus: Sie werde am Flughafen abgeholt, der Koffer nach München gebracht. Gleichzeitig erklärte sie sich zur Zusammenarbeit mit den Zollfahndern bereit, und es kam zu einem observierten Treffen mit der Abholerin (38), einer in Neapel lebenden Kenianerin. Diese instruierte die Kurierin, den Koffer „wegen der vielen Leute“ nicht sofort im Ankunftsbereich, sondern erst an der S-Bahn-Station zu übergeben. Dort klickten dann auch die Handschellen bei der 38-Jährigen.

Zum Prozessauftakt lieferte die Kurierin zunächst ein Teilgeständnis. Sie habe nach dem Tod ihres Ehemannes einen in München lebenden Somalier kennengelernt, der ihr ein sorgenfreies Leben versprach. Allerdings müsse er erst sein Vermögen aus Afrika holen, sie sollte ihn auf dem Flug begleiten. Wegen Problemen mit dem Visum sei ihm die Einreise verweigert worden, und er habe sie überredet, den Flug allein zu machen, um seine Familie kennenzulernen. In Südafrika sei sie dann von einem vermeintlichen Onkel betreut worden. Der habe sie beim Rückflug gebeten, einen mit Kleidung und Bargeld gefüllten Koffer mitzunehmen und ihr dafür 7000 Euro versprochen.

Abholerin hatte keine Ahnung vom Drogentransport

Noch haarsträubender war, wie Vorsitzender Richter Markus Kring feststellte, die Version der Abholerin: Sie sei vom „Freund eines Freundes“ gebeten worden, eine Burunderin am Münchner Flughafen abzuholen, weil der Mann, der sie eigentlich abholen sollte, verhindert sei. Für den „Freundschaftsdienst“ seien ihr 1500 Euro versprochen worden. „Vom Inhalt des Koffers, vom Rauschgift hatte ich keine Ahnung“, so die Kenianerin.

Nach einem Rechtsgespräch dann die Wende bei der Kurierin: Sie räumte in einer knappen Erklärung ein, dass sie gewusst habe, Rauschgift zu transportieren, allerdings nicht welches und welche Menge. Die Abholerin blieb dagegen dabei: Sie habe keine Ahnung von einem Drogentransport gehabt.

Vier bis viereinhalb Jahre Gefängnis

Die Strafkammer verhängte gegen die Kurierin wegen der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln und Beihilfe zum Handeltreiben eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Ein moderates Urteil, das die Angeklagte ihrem Geständnis und ihrer Aufklärungshilfe zu verdanken hatte.

Die Abholerin wurde für ihre Beihilfehandlungen für viereinhalb Jahre hinter Gitter geschickt. Das härtere Strafmaß begründete Richter Kring mit dem fehlenden Geständnis. Dass sie in das Geschehen involviert gewesen sei und gewusst habe, um was es gehe, daran gebe es keine Zweifel.

Walter Schöttl

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