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Kommentar zum ICE-Bahnhof am Flughafen München: Der Airport verfolgt die pure Utopie

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Von: Dirk Walter

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Ein Mensch und ein Zug
Ein Kommentar von Dirk Walter © Michael Kappeler/Klaus Haag

Nach mehrjähriger Vorbereitung wurde im bayerischen Landtag ein Konzept für einen ICE-Bahnhof am Flughafen München vorgestellt. Das Ergebnis ist ernüchternd, kommentiert Autor Dirk Walter.

Flughafen München - Es ist ein ernüchterndes Ergebnis: Nach der Lektüre des (äußerst dürren) Vier-Stufen-Konzepts, das das Verkehrsministerium nach mehrjährigen (!) Vorarbeiten im Landtag vorgelegt hat, kann man mit Fug und Recht festhalten: ein ICE-Halt am Flughafen – das ist nicht mehr als eine Utopie. Da bekommt der geplante Fernbahnhof am Flughafen eine ganz neue Bedeutung – er liegt wirklich zeitlich in weiter Ferne. Um ICE-Züge elegant wie in Frankfurt vom Hauptbahnhof zum Flughafen-Bahnhof und dann weiter Richtung Norden weiterzuführen, wäre eine Neubaustrecke Ingolstadt–München via Neufahrn nötig. Die aber kann man, wie der Grünen-Abgeordnete Johannes Becher ganz richtig erklärt, nur noch in die Kategorie Größenwahn verorten. Für Bahnprojekte dieser Größenordnung ist im Großraum München kein Platz mehr.

ICE-Bahnhof am Flughafen München: Auf das Machbare konzentrieren

Nein, der Flughafen wird sich auf das Machbare konzentrieren müssen. Hier liegen alle Hoffnungen auf der Fertigstellung des Erdinger Ringschlusses und der (vor Ort umstrittenen) Walpertskirchener Spange, die es ermöglichen würde, dass Fernzüge etwa von Salzburg oder Wien über den Flughafen bis Regensburg/Nürnberg weiterfahren. Das wäre ja schon was. Auch dafür ist der Finanzbedarf gewaltig – und es wird dauern. Gründe sind auch Versäumnisse in der Vergangenheit. Die Bundesverkehrsminister vergangener Tage samt ihres Gefolges haben die Weichen in der Verkehrspolitik lange Zeit falsch gestellt, weil sie einseitig für Tunnel und Straßen kämpften. Das ist hoffentlich Geschichte. Bayern ist gut beraten, die Ausbauprojekte energisch weiter zu verfolgen und in Berlin um das nötige Geld zu kämpfen.

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