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Der Rohbau steht: Richtfest für „LAB 48“ feierten (v. l.): FMG-Geschäftsführerin Andrea Gebbeken, Flughafenchef Jost Lammers, Ludgar Koch und Armin Schäffenacker (Züblin), FMG-Geschäftsführer Thomas Weyer und Lab-Campus-Chef Marc Wagener.

Lab Campus: Erster Rohbau ist fertig – Teststrecke für autonome Mobilität

Fahrerlose Autos unterm Tower

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Es tut sich was an der Nordallee des Flughafens: Der Spitzentechnologie-Standort Lab Campus wächst.

Flughafen – Nun konnte für das erste Bürogebäude Richtfest gefeiert werden. Und es wurde ein Vertrag mit einem US-Unternehmen geschlossen, das am Moos-Airport demnächst autonomes Fahren entwickeln und ausprobieren will.

„LAB 48“ heißt der erste Komplex, mit dessen Bau im Februar vergangenen Jahres begonnen worden war. Mit einer Fläche von etwa 30 000 Quadratmetern bietet das viergeschossige Bürogebäude seinen Mietern vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Dabei ist die Gesamtkubatur in kleinere Einheiten gegliedert, die sich zu einer facettenreichen Fassade mit großen Fensterfronten formieren. Während der Großteil der Flächen für individuell gestaltbare Büros vorgesehen ist, dient das Erdgeschoss als Begegnungs- und Kommunikationsareal. Hier finden sich neben Showrooms und Studios zum Entwickeln von Prototypen auch eine Bürolobby in einem glasüberdachten Innenhof sowie gastronomische Einrichtungen. Davor wird sich eine große Terrasse ausbreiten. Einweihung soll im zweiten Quartal 2022 gefeiert werden, teilt die Flughafengesellschaft mit.

Und noch eine gute Nachricht hat Lab-Campus-Chef Marc Wagener: „Wir konnten ein weltweit führendes Technologieunternehmen als ersten Kunden gewinnen.“ Argo Al will am Münchner Flughafen autonomes Fahren testen. Geplant sind an der Nordallee nicht nur Büroflächen, sondern auch eine Teststrecke. „Hier sollen unter realitätsnahen Bedingungen Fahrzeuge im autonomen Betrieb getestet werden“, kündigt Wagener an. Er spricht vom „nächsten großen Meilenstein für das am Flughafen München entstehende Innovationszentrum“.

Argo Al gilt als eines der weltweit führenden Tech-Unternehmen im Bereich des autonomen Fahrens. Gegründet wurde es 2016, seinen Hauptsitz hat es in Pittsburgh (Pennsylvania) und arbeitet unter anderem mit VW und Ford zusammen. Volkswagen ist 2020 mit 2,6 Milliarden US-Dollar bei Argo Al eingestiegen.

Der jetzt mit der Flughafentochter Lab Campus geschlossene Vertrag sieht vor, sich im Bürogebäude LAB 48 einzumieten und eine Teststrecke im Schatten des Towers zu bauen. Geplant ist sie unweit der Flugzeugwartungshallen im Südwesten des Flughafens.

FMG-Chef Jost Lammers freut der Fortschritt: „Dieser Vertragsabschluss verdeutlicht das enorme Potenzial des Lab Campus als Thinktank und Testlabor für zukunftsweisende Mobilitätskonzepte.“ Das Engagement von Argo Al sei auch „ein wichtiges Signal“ an andere Unternehmen. Wagener blickt darüber hinaus: „Indem wir wichtigen Playern aus Schlüsselindustrien solche Testmöglichkeiten am Flughafen bieten, stärken wir Strahlkraft und Leistungsfähigkeit des Hightech-Standorts Bayern.“

ham

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