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Alejandro M. ist im vergangenen Jahr in den Sicherheitsbereich des Münchner Flughafens eingedrungen. Nun erschoss er zwei Polizisten in Triest.

Vorfall in Italien 

Am Flughafen München machte ein Mann Ärger- Inzwischen erschoss er zwei Polizisten in Triest

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Alejandro M. hat in Triest zwei Polizisten erschossen. Der 29-Jährige war 2018 am Flughafen München auffällig geworden, als er in den Sicherheitsbereich eindrang.

München/Triest – Es war eine eher harmlose Anschuldigung gegen die zwei Männer. Zwei 29 und 32 Jahre alte Brüder aus der Dominikanischen Republik sollen einen Motorroller gestohlen haben. Im Polizeipräsidium im oberitalienischen Triest wurden sie vor einigen Tagen dazu befragt. Doch die Vernehmung nahm einen dramatischen Verlauf.

Alejandro M., der Jüngere der Brüder, war es gelungen, einem Polizisten die Pistole zu entreißen. Mit der Waffe erschoss er zwei Beamte, mit anderen lieferte er sich einen Schusswechsel. Bis er überwältigt werden konnte, wurden noch drei weitere Polizisten verletzt. In Italien macht der Fall derzeit Schlagzeilen, das Entsetzen ist groß. Am Flughafen München ist es am Montagmorgen zu einer Notlandung gekommen. Im Cockpit einer Maschine von Tui Fly Belgien hatte sich Rauch entwickelt. 183 Passagiere waren an Bord.

Lesen Sie auch: Eine Expressbahn zum Münchner Flughafen wird es vorerst nicht geben. Der Airport hat entsprechende Pläne nun begraben. Der Stadtrat ist sauer - vor allem auf die Deutsche Bahn.

Flughafen München: Alejandro M. drang in Sicherheitsbereich ein

Der Schütze war vor Monaten aus Bayern eingereist. Und auch hier hatte er schon für großes Aufsehen gesorgt. Und zwar am Münchner Flughafen. Am 6. November 2018 um 6.30 Uhr raste ein Audi A6 auf das Vorfeld des Flughafens, also in den Sicherheitsbereich. Über den Vorfall hat Merkur.de* berichtet. Er hatte davor eine Schranke durchbrochen und eine Wartungshalle durchquert. Das Auto stellte Alejandro M. mit laufendem Motor vor einer A330-Frachtmaschine der Lufthansa ab. Und kletterte sogar in den Frachtraum, wo ihn schließlich die Bundespolizei festnahm.

Da der Mann aus der Karibik einen sehr verwirrten Eindruck hinterließ, wurde er noch am selben Tag nach einer Unterbringungs-Anordnung des Landratsamts Freising von der Polizei zum Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen an der Vils (Kreis Erding) gebracht. Bei diesem Vorgang handelte es sich also um eine öffentlich-rechtliche Unterbringung. Alejandro M. kam dort in die geschlossene Abteilung. Die für den Flughafen zuständige Staatsanwaltschaft Landshut ermittelte gegen den Mann unter anderem wegen Sachbeschädigung, Unterschlagung – den Audi hatte er einem Freund aus Deggendorf weggenommen – und Nötigung. „Deswegen sollte er auch im Klinikum begutachtet werden“, berichtet Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Mit dem Ziel, den Mann nach einem Prozess in einer Psychiatrie unterbringen zu lassen.

Besonders große Verzögerungen könnten nun bald auf die Passagiere der Lufthansa zukommen. Den Reisenden droht am kommenden Wochenende ein neues Flug-Chaos: Bei der Lufthansa soll am Sonntag an den Flughäfen in München und in Frankfurt am Main gestreikt werden.

Flughafen München: Alejandro M. verschwand nach Verlegung aus dem Klinikum

Doch M. verschwand bereits am 12. Dezember 2018 aus dem Klinikum. Da die Medikamente offenbar wirkten, war er nach Auskunft der Regierung von Oberbayern auf die offene Station verlegt worden. Dort konnte er sich frei bewegen – und verschwand nach ein paar Tagen. Drei Monate später erteilte das Amtsgericht Erding einen Unterbringungsbefehl für Alejandro M., den die Staatsanwaltschaft Landshut beantragt hatte. „Das heißt, falls er in Deutschland kontrolliert worden wäre, wäre er untergebracht worden“, sagt Oberstaatsanwalt Steinkraus-Koch. Eine internationale Fahndung – wie etwa bei Mord oder schwerem Betrug – unterblieb, da die Vorwürfe gegen den Mann nicht so schwerwiegend waren.

Alejandro M. gelangte nach Italien, wo er schon früher einen Wohnsitz hatte. 2005 war er mit seiner Familie zum ersten Mal nach Italien gekommen. Sein Verteidiger berichtete italienischen Medien, „dass er jeden Tag in der Bibel liest“. Der Anwalt sagt, er wolle in den nächsten Tagen nach Deutschland reisen, um Dokumente zu sichten. Er müsse alle Unterlagen in der Hand haben, um herauszufinden, wer Alejandro ist. 

Der Lufthansa-Streik betrifft auch die Passagiere in München - das gibt es jetzt zu beachten. Ein Sexualstraftäter wurde am Flughafen München verhaftet, weil er diesen groben Fehler machte.

Video: Zwei Beamte im Polizeipräsidium von Triest erschossen: Videos zeigen Schützen

Ein Mann ist in einem Park in Lübeck ums Leben gekommen. Ersten Erkenntnissen nach gab es einen Schusswechsel mit der Polizei.

*merkur.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Markus Christandl

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Kommentare

NieWillig
(0)(0)

wie viele Wochen wollt ihr bei MM eigentlich diese Schlagzeile noch ausquetschen?

Hans EichstetterAntwort
(0)(0)

§ 1896 BGB. Bingo! Dies war die letzte Rückantwort, .

Sapere Aude
(1)(0)

Nach der hier vorherrschenden Logik, wonach die deutschen Behörden für die Taten in Italien verantwortlich sind, müsste auch Helmut Kohl für die Straftaten aller Ostdeutschen verantwortlich sein.