Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Flughafen München.
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Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bei der Vorstellung des neuen bayerischen Schnelltests am Flughafen München.

Flughafen München

„Türöffner um Corona zu überwinden“: Aiwanger präsentiert neue Schnelltests - und macht Hoffnung auf Urlaub

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Er soll so fix wie ein Schnell- und so zuverlässig wie ein PCR-Test sein: Die neue Wunderwaffe gegen die Ausbreitung des Corona-Virus wurde in Bayern entwickelt und hergestellt.

München – 45.000 Reisende haben sich seit Oktober vergangenen Jahres am Flughafen München vor dem Start auf Corona testen lassen. Vier Stunden vorher mussten sie dazu im Terminal 2 sein. Demnächst könnte es nur noch eine Stunde sein. Seit gut einer Woche wird hier ein neuer Test ausprobiert, der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit vereinen soll.

Nach mehreren hundert Proben steht fest: Es funktioniert. In keinem Fall, so Flughafen-Laborleiter Dr. Hanns-Georg Klein, habe der Schnelltest ein anderes Ergebnis geliefert als der PCR-Rachenabstrich.

Der neue PCR-Schnelltest „GNA-Octea“ war im April 2020 von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) bei GNA Biosolutions in Martinsried in Auftrag gegeben worden, auch Geräte und Test-Kits werden in Bayern hergestellt. Beteiligt ist das Institut für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für Deutschland hat GNA-Gründer Federico Bürsgens bereits die Zulassung, nun strebt er die europäische an. „Wir haben sehr viele Anfragen auch aus dem Ausland.“

Flughafen München: Neuer Schnelltest soll kriselnden Branchen Leben einhauchen

Die Pilotstudie läuft nicht nur am Flughafen, sondern auch in der Klinik Kitzinger Land sowie im Schlachthof Landshut. Die Wahl ist kein Zufall: Künftig soll dieses Verfahren überall dort eingesetzt werden, wo schnell viele Menschen auf Covid-19 untersucht werden sollen.

Am Flughafen München informierte sich Aiwanger am Montag mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) über die Studie. Für den Wirtschaftsminister ist das neue Verfahren „der Türöffner, um Corona zu überwinden. Der PCR-Schnelltest könnte gemeinsam mit dem Impffortschritt dafür sorgen, dass wir Hotels und Tourismus sowie die Kultur wieder hochfahren können.“ Die bisherigen Ergebnisse stimmten ihn „sehr zuversichtlich“. Beides biete echte „Öffnungsperspektiven“.

Der Freistaat werde „in großem Umfang Testkapazitäten ermöglichen“. Dann soll es sogar möglich sein, dass auch große Familienfeiern stattfinden können, wenn sich alle testen lassen. Für die Luftfahrt spielt das Verfahren eine wichtige Rolle, weil so eine höhere Zahl Reisender schneller abgefertigt werden kann. 1000 Testgeräte und eine Million Einzeltests hat sich der Freistaat gesichert.

Flughafen München: Neuer Corona-Schnelltest als Hoffnung für Urlaub und Familienfeiern

Holetschek kann sich das Verfahren für einen infektionssicheren Schulbetrieb vorstellen. „Grundsätzlich sind wir mit unserer Teststrategie gut aufgestellt. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden bereits rund 13,4 Millionen PCR-Tests vorgenommen und rund zehn Millionen von bisher 16 Millionen bestellten Antigen-Schnelltests verteilt.“ Zudem setze man zunehmend auch auf innovative Testverfahren wie Gurgel- und Lollipop-Tests.

Und so läuft die Pilotstudie: Die Abstriche der Passagiere werden aufgeteilt und können parallel ausgewertet werden. Der Vorteil der bayerischen Erfindung: „Man braucht dazu kein Labor, das geht direkt im Testcenter“, erklärt Bürsgens. Künftig sei das auch an Bahnhöfen, Autobahnen, in Heimen, Betrieben und Kliniken möglich. Was der einzelne PCR-Schnelltest kostet, steht noch nicht fest.

Vor wenigen Tagen verkündete Markus Söder Corona-Lockerungen für Bayern. Eine Befragung deckt jetzt auf: Der Ministerpräsident befindet sich derzeit in einem Umfragetief.

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