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Bald könnte am Flughafen München auch ganz offiziell Ultrafeinstaub gemessen werden.

Flughafen München

Ultrafeinstaub: Messungen in Sicht?

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Vertagt wurde im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags ein Antrag der Grünen-Fraktion, im Jahr 2020 am Flughafen München Ultrafeinstaubmessungen vorzunehmen. Dennoch sind die Grünen positiv gestimmt.

VON HELMUT HOBMAIER

Flughafen/München– Die Begründung für die Ablehnung: Es gebe bei dem Thema noch „Beratungsbedarf“ zwischen der CSU und den Freien Wählern. Das sei ein Zeichen, dass der „Widerstand der Söder-Regierung gegen Ultrafeinstaub-Messungen am Flughafen bröckelt“, freute sich der Grünen-MdL Johannes Becher. „Es gibt mutmachende Signale, dass ein Umdenken eingesetzt hat und wir bald Ultrafeinstaub-Messstellen bekommen, die uns Aufschluss über die Gesundheitsgefährdung der Flughafenanwohner geben.“

Auch der FW-Abgeordnete Benno Zierer sieht einen Erfolg: Erstmals befasse sich die Staatsregierung mit der Problematik der ultrafeinen Partikel. „Das Umweltministerium hat Geld für die Beschaffung von Messgeräten bereitgestellt und erste Überlegungen für eine Messstrategie getroffen“, so Zierer. Was die Messungen am Flughafen betreffe, gebe es innerhalb der Koalition aber noch Beratungsbedarf: „Trotz einer Vielzahl von Gesprächen in den letzten Wochen müssen wir uns noch weiter abstimmen.“ Zierer ist zuversichtlich, „ dass wir zu einer guten Lösung kommen“. Deshalb soll in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses noch einmal über das Thema diskutiert werden.

Zierer betont, dass er sich seit über einem Jahr intensiv dafür einsetze, dass Bayern eine Monitoring-Strategie für Ultrafeinstaub entwickelt, die Messungen im Umfeld des Flughafens umfasse.

Auch Becher ist optimistisch: „Wir sind eigentlich die Ablehnung unserer Anträge gewohnt. Die Vertagung unseres Antrags muss deshalb als Hoffnungsschimmer gewertet werden, dass zumindest Teile der schwarz-orangen Koalition den dringenden Bedarf für Ultrafeinstaubmessungen im Flughafenumfeld erkannt haben.“ Die nächsten zwei Wochen könnten die Regierungsfraktionen nach Ansicht Bechers nun nutzen, um sich „endlich eindringlich mit den vorliegenden Fakten und Argumenten für derartige Messungen auseinanderzusetzen“.

Studien verweisen laut Becher auf einen Zusammenhang zwischen Ultrafeinstaub und diversen Krankheitsbildern, vor allem in Lunge und Herz. Besonders betroffen seien vorerkrankte Menschen, Ältere und Kinder. Becher: „Am Flughafen Frankfurt misst das Hessische Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie bereits seit 2017 ultrafeine Partikel. Erste Ergebnisse bestätigen deutlich erhöhte Werte in bis zu zehn Kilometern Entfernung zum Airportgelände.“ Messungen im Münchner Flughafen-Umland führt bisher der Bürgerverein Freising (BV) durch. Er hat auch Freisings Landrat Josef Hauner schriftlich auf die „Problematik des mit Luftschadstoffen hochbelasteten Kindergartens am Flughafen“ hingewiesen.

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