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Am Frankfurter Flughafen gibt es bereits einen ICE-Halt. 

Um Inlandsflüge zu reduzieren

Verkehrsminister fordert ICE-Halt am Münchner Flughafen - und stößt auf offene Ohren

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) fordert einen ICE-Halt am Münchner Flughafen. Vor allem um umweltschädliche Inlandsflüge zu reduzieren.

München - Dem 1992 in Betrieb gegangenen Münchner Flughafen fehlt nach wie vor ein ICE-Halt. Zwar gibt es zwei S-Bahn-Linien, Regional-Bahn- und Buslinien mit denen die Reisenden direkt zu ihren Terminals kommen, doch mit dem ICE war das bislang nicht möglich.  

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) will das ändern. Er macht sich für einen ICE-Halt am Münchner Flughafen stark und das vor allem aus Klimaschutzgründen. „Wir reden gerade alle davon, dass wir möglichst auf Inlandsflüge verzichten wollen. Wenn wir das gewährleisten wollen, dann brauchen wir auch einen Fernverkehrshalt“, sagte er am Freitag im Bayerischen Rundfunk (BR). Als Vorbild nennt Reichhart den Airport in Frankfurt am Main, wo die Schnellzüge im Tiefbahnhof des Flughafens direkt an die Terminals angebunden sind. So könnte das auch bald am Münchner Flughafen funktionieren. 

Flughafen München: Verkehrsminister fordert ICE-Halt - Platz wäre vorhanden

Bei der Flughafen München Gesellschaft (FMG) rennt der Minister mit seinem Vorschlag dem Bericht zufolge offene Türen ein. Die Flughafenbetreiber wünschten sich schon lange einen Fernbahnanschluss, erklärte deren Sprecher Ingo Anspach. Das nötige Gelände für einen ICE-Halt wäre vorhanden. „Wir hätten für einen solchen ICE-Bahnhof und die dazugehörige Trasse durchaus Platz. Das ist damals, beim Bau des Flughafens, schon als Option berücksichtigt worden.“

Es sind vor allem die Zubringerflüge, also Flüge, die den Passagier von einem Regionalflughafen an die großen Luftdrehkreuze wie München bringen, die in der Klimaschutzdebatte in der Kritik stehen. Der Geschäftsführer der Klimaschutzorganisation Atmosfair, Dietrich Brockhagen, sagte der Deutschen Presse-Agentur im Juni, bei innerdeutschen Flügen, die durchschnittlich auf der Hälfte der Strecke höher als 9000 Meter steigen, komme zu den CO2-Emissionen ein stärkerer Treibhauseffekt hinzu. „Ab 9000 Metern Höhe bilden sich Kondensstreifen, und durch die von den Triebwerken ausgestoßenen Stickoxide wird Ozon aufgebaut - das wirkt viel stärker als das Kohlendioxid allein“, erklärte er.

Flughafen München: Verkehrsminister fordert ICE-Halt - SPD Unterstützt Vorschlag

Die innerbayerische Flugstrecke Nürnberg-München hatte Grünen-Chef Eike Hallitzky im Februar als eine „ökologische und ökonomische Absurdität“ kritisiert. Zuspruch bekommt Verkehrsminister Reichhart auch von der SPD. Deren Fraktionschef Horst Anold sagte dem BR: "Wenn heute von Nürnberg nach München Hauptbahnhof eine Stunde und zwei Minuten Zeit mit dem ICE verbracht wird und dann 54 Minuten vom Hauptbahnhof zum Flughafen, dann zeigt sich, wie unattraktiv sich derzeit das Angebot gestaltet. Und gerade die Kurzstreckenflüge von München nach Nürnberg müssen in dem Zusammenhang doch vermieden werden."

Am Nürnberger Flughafen waren im vergangenen Jahr den Angaben nach 44 Prozent der Flüge Zubringerflüge zu internationalen Drehkreuzen.

Am Flughafen in München kam es erst kürzlich zu einem Zwischenfall, bei dem Teile beider Terminals geräumt werden mussten. Rund 200 Flüge wurden annulliert. Nun gibt es Kritik am Management.

dpa/svw

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