Heiß begehrt und sündhaft teuer sind Start- und Landerechte auch am Münchner Flughafen, hier das Terminal 1. Wer diese Slots nicht erfüllt, droht sie an die Konkurrenz zu verlieren. Wegen der Corona-Pandemie verschärft sich diese Problematik. Die Branche fordert von der EU-Kommission eine Aussetzung der Regularien vorerst bis Sommer. Foto: Michael Fritz/FMG

Erzwingt die EU „unsinnige Leerflüge“?

Wegen Corona: Landerechte in Gefahr

  • Hans Moritz
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Corona zwingt die Airlines zu Flügen, die an sich gart nicht notwendig wären. Es geht um die Start- und Landerechte - auch am Flughafen München.

Flughafen – In der Pandemie stecken Flughäfen und -gesellschaften in einem Dilemma: Nur wenn sie ihre Starts und Landungen erfüllen, behalten sie ihre Slots, also den Zuschlag bestimmter Zeiten, zu denen sie einen Flughafen nutzen. Sonst können diese an andere Airlines vergeben werden. Gerade in den Hauptverkehrszeiten an einem internationalen Drehkreuz wie der Flughafen München sind die Slots heiß begehrt. In normalen Zeiten müssen 80 Prozent der Slots erfüllt werden. Doch im Corona-Lockdown bedienen die Airlines nur einen Notflugplan. Ein Ende ist zumindest im ersten Quartal 2021 nicht in Sicht.

Die EU-Kommission hat nun einen Entwurf vorgelegt, der lediglich eine 40-prozentige Erfüllung der Quote vorsieht. Dem Bundesverband der Deutschen Luftfahrt (BDL) geht das nicht weit genug. Denn selbst diese 40 Prozent seien im zweiten Lockdown oft nicht zu erfüllen, warnt BDL-Chef Matthias von Randow.

Die Fluggesellschaften seien teils gezwungen, durch „unsinnige Leerflüge“ ihre Start- und Landrechte zu retten. Das mache weder ökonomisch noch ökologisch Sinn, so der BDL. „Da ein Ende des beispiellosen Nachfrageeinbruchs infolge der Pandemie und der pandemiebedingten Reisebeschränkungen nicht in Sicht ist, braucht es weiter eine Aussetzung dieser Regeln für die Slot-Zuteilung.“

Der Verband fordert zusätzlich zur 40-Prozent-Regelung bis mindestens Februar die Option, bestimmte Slot-Serien für den Sommer ganz auszusetzen, ohne einen langfristigen Verlust befürchten zu müssen. Von Randow ist nämlich überzeugt: „Die Wiederaufnahmephase des Luftverkehrs wird sehr viel länger anhalten, als dies zunächst absehbar war.“  ham

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