Weniger Flüge, mehr Passagiere: Diese Rechnung muss der Flughafen München für das soeben zu Ende gegangene Jahr aufmachen. Die Deutsche Flugsicherung hat aktuelle Zahlen vorgelegt. Foto: dpa

Flughafen München: Weniger Flüge als im Krisenjahr 2009

Flughafen - Am Flughafen München fanden vergangenes Jahr 386 693 Flugbewegungen statt. Das sind 1,8 Prozent weniger als im krisengeplagten 2009.

Weil die Flugsicherung die Flugdaten pro Woche errechnet, dürften sich die Zahlen zwar etwas von den Informationen unterscheiden, die die Flughafen München GmbH demnächst bei ihrer Jahrespressekonferenz herausgibt. Dennoch: Die Tendenz ist klar. 386 693 Flugbewegungen in 2010 bedeuten nach einem Rückgang um 8,2 Prozent in 2009 ein nochmaliges Minus von rund 1,8 Prozent. 2008 waren am Airport im Moos bisher die meisten Flüge registriert worden: 432 296.

Mit der nun von der DFS auf ihrer Internetseite (www.deutsche-flugsicherung.de) herausgegebenen Zahl bewegt sich die FMG nur etwas über dem Stand der Flugbewegungen im Jahr 2004: Damals waren 383 110 Flugzeuge im Moos gelandet beziehungsweise gestartet. Alle 16 internationalen Flughäfen in Deutschland zusammen verzeichneten laut DFS in 2010 einen leichten Zuwachs bei den Flugbewegungen um 0,1 Prozent auf 2,006 Millionen Flüge. Frankfurt, neben München der einzige deutsche Hub, konnte in 2010 um 0,2 Prozent auf 464031 Flugbewegungen zulegen.

FMG-Pressesprecher Ingo Anspach sieht einige „Sonderfaktoren“ als Ursache für den Rückgang: zum einen die Vulkanasche im April, zum anderen einen Winter, der sowohl zu Jahresbeginn als auch zum Jahresende 2010 „ziemlich gemetzelt“ habe. Und: Die „stagnierenden Bewegungszahlen“ bei einem gleichzeitigen Anstieg der Passagierzahlen sei auf die Umstellung auf größeres Fluggerät bei den Airlines zurückzuführen. Diese Umstellung sei aber jetzt abgeschlossen, so dass die FMG 2011 wieder mit soliden Zuwachsraten rechne.

Den Startbahngegnern, die aufgrund des Rückgangs um 1,8 Prozent statt eines im Intraplan-Gutachten prognostizierten Wachstums von jährlich 2,8 Prozent erhebliche Zweifel am Bedarf einer weiteren Bahn hegen, hält Anspach entgegen: Man dürfe langfristige Prognosen (bis 2025) und kurzfristige, auf ein Jahr bezogene Zahlen nicht 1:1 gegenüberstellen. Nach Überzeugung der FMG sei der langfristige Wachstumstrend ungebrochen. Dies zeigten die Zahlen der Flüge ab Juni 2010, als man im Vergleich zum Vorjahresmonat stets im Plus gelegen habe.

Für das soeben begonnene Jahr rechnet FMG-Chef Michael Kerkloh nicht nur mit einer stark steigenden Zahl an Passagieren, sondern auch wieder an Flugbewegungen. Daher macht er auch Druck beim Bau des Terminal 2-Satelliten.

(Andreas Beschorner)

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