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Mitglieder sind „irritiert“

Fluglärmkommission verärgert: Bei Beschwerden gilt jetzt strengerer Datenschutz

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Für die Arbeit der Fluglärmkommission ist die Zahl der Beschwerden wegen Fluglärm wichtig. Doch durch die neue Datenschutzverordnung tun sich Hürden auf. 

Flughafen – Die Flughafen München Gesellschaft (FMG) hat bei ihrem Bericht vor der Fluglärmkommission am Montag auch die aktuellen Zahlen zum Passagieraufkommen und zu den Flugbewegungen kundgetan: Bis Oktober 2018 könne man, so der Generalbevollmächtigte Josef Schwendner, bei den Passagieren gegenüber 2017 ein Plus von 1,3 Millionen (3,3 Prozent) und bei den Flugbewegungen einen Zuwachs um 4700 (1,4 Prozent) verzeichnen. Europaweit liege MUC damit bei den Passagierzuwächsen auf Platz 9. „Wir waren schon mal auf Platz 6“, blickte Schwendner zurück. „Wir werden wegen der Kapazitätsengpässe über kurz oder lang aus den Top Ten rausfallen“, prognostizierte Schwendner.

Wie immer gab es bei der Sitzung der Fluglärmkommission auch einen Blick auf den „Typenmix“. Hermann Blomeyer, Leiter der Abteilung Umwelt der FMG, berichtete, der Anteil der „leisen“ Chapter 4-Flugzeuge sei zwar auf 65,1 Prozent gesunken, aber – und das sei die gute Nachricht – zugunsten der noch leiseren Chapter 14-Flieger, die jetzt einen Anteil von 32,4 Prozent hätten.

Zudem habe man heuer noch an keiner der Messstellen einen Einzelschallpegel von mehr als 89 dB(A) gemessen. Und auch Messungen mit einem Wert von über 85 dB(A) seien in den vergangenen 20 Jahren zurückgegangen.

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, stellte allerdings klar, dass nicht nur Einzelschallereignisse von 85 dB(A) und mehr laut seien. Auch 65 oder 75 dB(A) seien für die Betroffenen durchaus auch ein Problem.

Bei Beschwerden über Fluglärm wird der Datenschutz verschärft

Herbert Knurwar irritiert über die Auflagen beim Datenschutz.

Wichtig gerade für die Arbeit der Fluglärmkommission ist natürlich auch die Zahl der Beschwerden wegen Fluglärm. Elf Beschwerden habe man bei der Regierung von Oberbayern verzeichnet, 111 bei der Deutschen Flugsicherung, 139 schriftliche und telefonische Beschwerden bei der FMG, berichtete Blomeyer. Damit unterschieden sich diese Zahlen nicht wesentlich von denen der Vorjahre (mit Ausnahme von 2013, als es rund 500 waren). Doch auch dazu stellte Eschenbacher klar: Die Zahl der Beschwerdeführer sei allerdings steigend, was durchaus ein Zeichen für mehr Fluglärm sei.

Ärger machte sich in der Fluglärmkommission breit, weil laut FMG die neue Datenschutzverordnung es nicht mehr zulasse, den genauen Ort zu nennen, sondern nur noch die Gemeinde. Und bei weniger als fünf Beschwerden dürfe nicht mehr die genaue Zahl der Beschwerden, sondern nur die Angabe „weniger als 5“ angeführt werden.

Herbert Knur war „irritiert“: Wie solle denn dann die Fluglärmkommission den ihr laut Gesetz vorgegebenen Auftrag erfüllen? Dieses Vorgehen sei „unannehmbar“. Blomeyer betonte, die FMG hätte kein Problem und erst recht nichts dagegen, alle Angaben detailliert darzustellen. Schließlich sei man ja all die Jahre zuvor auch so verfahren.

Auf Bitte von Eschenbacher wird die Flughafengesellschaft nochmals prüfen, ob eine größere Detailschärfe bei der Präsentation möglich sei – notfalls nichtöffentlich und ohne Infos für die Presse. zz

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