Eingebettet in der Region ist der Flughafen München. Die Bürger des Landkreises Erding haben sich mit dem Moos-Airport überwiegend gut arrangiert. Die größte Kritik wird an der schlechten Verkehrsanbindung geübt. Foto: FMG

Große Umfrage im Umland: So bewerten die Erdinger "ihren" Flughafen

Erding/Flughafen - Wie stehen die Menschen in der Region zu „ihrem“ Airport? Diese Frage hat die Flughafen München GmbH von Meinungforschern ermitteln lassen. Die Mehrheit hat sich gut arrangiert.

In der repräsentativen Erhebung durch das Institut „tns infratest“ - von den 2073 Interviewten waren 696 aus dem Erdinger Land - wurden die Haltung zum Flughafen im Allgemeinen sowie zur Verkehrssituation und zum Ausbau im Besonderen abgefragt. Quintessenz: Im Erdinger Land steht man dem Moos-Airport und seiner Dynamik geringfügig, aber durchwegs positiver gegenüber als die Nachbarn aus Freising.

Besonders bedeutsam ist der Themenkomplex rund ums Wachstum von Deutschlands zweitgrößtem Flughafen. Die Mehrheit der befragten Erdinger (38 Prozent bei mehreren Antwortmöglichkeiten) spricht sich gegen die dritte Startbahn aus, nur acht Prozent glauben jedoch, dass die Expansion noch gestoppt werden könne. Die Gegnerschaft kommt aber nicht auf eine absolute Mehrheit. Gemeinsam mit Freising beträgt die Ablehnung 48 Prozent.

Überraschend positiv wird die von den Gegnern in diesem Zusammenhang immer wieder attackierte Drehkreuz-Funktion des Airports bewertet. 69 Prozent der Erdinger sehen darin einen Nutzen, etwa durch mehr Reiseziele (gesamt: 61 Prozent). 80 beziehungsweise 93 Prozent (72 bzw. 90 %) halten diese Ausrichtung für positiv hinsichtlich der Region und der bayerischen Wirtschaft.

Die Forscher kommen zu dem Schluss: Die Erdinger sehen die Flughafenentwicklung insgesamt positiver als die Befragten im gesamten Umland. 66 Prozent (gesamt 56 %) erkennen einen persönlichen Vorteil und 70 Prozent (62 %) Chancen für den Landkreis. Noch höher fallen die Werte für die Ansiedelung insgesamt aus.

Doch nicht alles rund um die Terminals wird mehrheitlich positiv bewertet. 40 Prozent der Erdinger fühlen sich vom Fluglärm gestört, ein Wert, den keine andere Lärmquelle erreicht.

Die größte Diskrepanz zwischen beiden Landkreisen wird bei der Bewertung des öffentlichen Schienen- und Busverkehrs deutlich. Im gesamten Untersuchungsbereich halten 54 Prozent der Interviewten das Angebot für „gut“ beziehungsweise „ausreichend“. Im Erdinger Land sind es nur 25 Prozent. 75 Prozent, also drei von vier Befragten, sprechen von „verbesserungswürdigen Zuständen.“ Dies sollte ein Weckruf an alle sein, die mit der Planung des S-Bahn-Ringschlusses betraut sind. Der Verkehr ist folgerichtig auch das Thema, dass den Flughafenanliegern mit Abstand am meisten auf den Nägeln brennt.

Landrat Martin Bayerstorfer fühlt sich von den Ergebnissen bestärkt: „Das zeigt, dass wir mit dem Nein zur 3. Bahn richtig liegen.“ Auch stimme der Kurs, den Ausbau des Schienen- und Straßennetzes voranzutreiben.

(Hans Moritz)

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