Alles Wissenswerte über das Anhörungsverfahren erfuhren die Zuhörer von Rainer K. Pilz (l.) und Joachim Krauß. fotos: gleixner

„Haben Sie Mut, stellen Sie Anträge“

Flughafen - Das Aktionsbündnis Aufgemuckt ruft alle Betroffenen auf, sich beim Anhörungsverfahren zur dritten Startbahn zu Wort zu melden.

Ein professioneller Videoclip, gedreht von Rudi Neuwardt, mit dem Anti-Startbahn-Song von Matthias Plank unterlegt, feierte am Mittwoch in der Luitpoldhalle in Freising Premiere. Die Startbahngegner bejubelten das kurze Gegenstück zum Imagefilm der AirfolgsRegion bei der Informationsveranstaltung von Aufgemuckt über das Anhörungsverfahren zur dritten Startbahn.

Die Veranstalter zeigten Möglichkeiten auf, sich auf die Erörterungstermine ab 12. Januar vorzubereiten. Egal, ob man die FMG-Erwiderung zur eigenen Einwendung durchforstet oder ob man sich auf die Argumentesammlung von Aufgemuckt (www.keine-startbahn3.de und www.flak-kranzberg.de) stützt – die Botschaft war klar: Ins Ballhausforum kommen und dort „nach seiner Schnauze reden“, so Kranzbergs BI-Chef Rainer K. Pilz.

Rechtsanwalt Joachim Krauß machte vor rund 800 Zuhörern auch klar: „Sie verbessern die Güte Ihrer Argumente durch aggressives Auftreten nicht.“ In einem 75-minütigen Vortrag erläuterte Pilz den Zuhörern das Prozedere, das auf die Teilnehmer im Ballhausforum zukomme – beginnend mit der Registrierung, bis hin zum wiederkehrenden Appell, am Ende des Beitrags einen konkreten Antrag zu stellen. Wörtlich: „Haben Sie Mut, stellen Sie Anträge!“ Denn diese seien die Basis für eventuell spätere Klageverfahren, betonte Pilz. Vor allem: „Keiner braucht sich schämen! Reden Sie, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist.“ Pilz war sich angesichts Entwicklungen wie der Wirtschaftskrise sicher: „Die Zeit arbeitet für uns.“

Neben den ersten vier Tagen (12., 13., 15. und 16. Januar) seien vor allem der 29. und 30. Januar sowie die Termine zwischen 2. und 17. Februar wichtig, so Krauß: Da gehe es nämlich um die Themen, Lärm, Luft und Grundinanspruchnahme.

Wichtig sei aber auch das, was Verhandlungsführer Uwe Büchner zugesagt habe: Habe ein Einwender erst einmal das Wort ergriffen, könne er auch Themen vorbringen, die am jeweiligen Termin nicht auf der Tagesordnung stünden. Man müsse dann nur damit rechnen, dass kein Spezialist für das Sachgebiet auf dem FMG-Podium sitze. Laut Krauß können Betroffene auch öfter und an mehreren Tagen reden, sich einen Sachbeistand mitnehmen und die Technik im Ballhausforum für einen Powerpoint-Vortrag nutzen. Auch gegen das Auftreten von Jugendlichen hegte Krauß keine Bedenken.

Etwas satirisch hatte sich eine Schauspieltruppe der BI Kranzberg den Verlauf eines Verhandlungstages im Ballhausforum vorgenommen: Hauptakteure im „Tollhausforum“ und in der „Halle der Zuversicht“ waren ein „Anton aus Freising“ und FMG-Anwalt Volker Gronefeld, der ein Schild mit den Wörtern „bla bla bla“ hochhielt, sowie Uwe Büchner, der am 11. November 2009 seine eigene Karriere bei der Regierung „vorzeitig beendet“, indem er den FMG-Antrag für eine dritte Startbahn ablehnt – Jubel in der Luitpoldhalle.

Freisings Oberbürgermeister Dieter Thalhammer rief die Betroffenen auf, sich zu Wort zu melden. So könne man zeigen, dass „wir weder Berufsdemonstranten noch Schwarzseher noch Technologiefeinde sind“, sagte er.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion