Freie Parzellen gibt es im Baugebiet Lindenweg trotz der zentralen Lage im Ort. foto: seidel

Jetzt bauen und später einheimisch werden

Berglern - Erbpacht erleichtert das Punktesammeln im Einheimischenmodell. Der Gemeinderat beschließt eine Lockerung.

Die Gemeinde weicht ihr Einheimischenmodell auf, um mehr Baugrund zu verkaufen. Günstige Konditionen erhalten nun auch Antragsteller, deren Punktekatalog sie noch nicht als „Einheimische“ ausweist. Denn dieser Status und damit das Anrecht auf günstige Flächen wurde bislang nach einem Punktesystem erteilt. Eine Rolle spielen dabei die Jahre der Ortsansässigkeit, Kinderzahl und soziale Aspekte.

Aber einerseits sind wegen der drohenden dritten Startbahn Baugrundstücke in Berglern nur schwer zu verkaufen. Anderseits muss mancher Bauwillige warten, bis er genug Punkte hat. Schon in der Bürgerversammlung versprach Bürgermeister Herbert Knur Änderungen, die der Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag beschlossen hat.

Das Punktesystem bleibt, Bauwillige können aber einen Vorschuss auf die Zukunft nehmen. Das heißt, wer noch nicht die Bedingungen erfüllt, kann die Parzelle auf Erbpacht erwerben. Innerhalb von zehn Jahren, in denen der einfache Eigenheimer zum „Einheimischen“ wird, ist der Grund zu den günstigeren Konditionen zu haben.

Dabei räumt die Gemeinde schon bei der Erbpacht günstige Konditionen ein. Beim Verkauf auf dem freien Markt würde der Quadratmeter 230 Euro zuzüglich Erschließung kosten. Doch kalkuliert werden lediglich 190 Euro, wofür in Erbpacht vier Prozent jährlich zu zahlen sind. Desweiteren wird die Steigerung des Verkehrswertes in den ersten fünf Jahren ausgesetzt. Bisher wuchs der Preis um 2,50 Euro pro Jahr und Quadratmeter. Ab dem sechsten Jahr greift für Erbpacht-Einheimische die Wertsteigerung, so dass sich Interessenten, die ihr Punktekonto bis dahin gefüllt haben, wohl zügig zum Kauf entscheiden werden. (gse)

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