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Polizei stellt Kriminal-Statistik für Flughafen München vor (Symbolbild)

Kriminalitätsstatistik 2018 

Ein Tummelplatz für Langfinger

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Auch wenn am Flughafen München immer mehr Reisende, Besucher und Mitarbeiter gezählt werden, bleibt die Kriminalität nahezu gleich. 

Flughafen– Im vergangenen Jahr wurden mit 1548 Strafanzeigen sogar 1,5 Prozent weniger bearbeitet als 2017. Allerdings ging auch die Aufklärungsrate zurück – von 66,3 auf 63,7 Prozent. Das besagt die jetzt vorgelegte Kriminalitätsstatistik für Deutschlands zweitgrößten Flughafen.

Polizeisprecher Harald Lindacher berichtet, dass keinerlei schwere Gewaltdelikte zu verzeichnen gewesen seien. Der Alltag der Beamten besteht neben der Aufnahme von Unfällen (wir berichteten) eher in der Bekämpfung der Kleinkriminalität.

„Knapp ein Drittel aller Straftaten, nämlich 506, am und um den Flughafen waren Diebstähle“, bilanziert Lindacher. Die Zahlen hätten sich im Vergleich zum Vorjahr (478) leicht erhöht, wobei es sich überwiegend um einfache Diebstähle gehandelt habe. Kein Wunder angesichts der zahlreichen Geschäfte, aber auch des hohen Gepäckaufkommens. „Hier gilt: Gelegenheit macht Diebe“, so der Sprecher.

Oftmals würden liegengelassene Geldbörsen, Handys und Handtaschen in Büros, Firmen, Restaurants, Waschräumen und Passagierbereichen entwendet. „Wenn die Betroffenen ihren Habseligkeiten hier mehr Aufmerksamkeit schenken würden, könnte mancher Diebstahl und damit viel Ärger für die Opfer vermieden werden“, ist Lindacher überzeugt.

Die Zahl der angezeigten Ladendiebstähle stieg von 90 auf 114 an. Hinzu kamen 335 (388) Anzeigen wegen Betrugs, Unterschlagung sowie Urkundenfälschung.

Aber auch körperliche und verbale Auseinandersetzungen sind am Moos-Airport Alltag. Lindacher berichtet von 57 (57) Anzeigen wegen Körperverletzung, 49 (48) wegen Beleidigungen sowie 40 (66) wegen Sachbeschädigung.

Deutlich höher liegt die Summe der Einsätze, die im vorigen Jahr koordiniert wurden. Sie befand sich mit rund 7800 auf dem Niveau der Vorjahre. Darunter fallen auch 32 Veranstaltungen, Versammlungen und Demonstrationen, die von den Beamten geschützt wurden.

Aus der Polizeistatistik ragen drei Fälle heraus, die teils international für Schlagzeilen gesorgt haben. So kam es ausgerechnet am ersten Sommerferienreisetag im Terminal 2 zu einer gravierenden Sicherheitspanne, in deren Folge tausende Passagiere in der Hitze strandeten. Eine Frau hatte anfangs unbemerkt die Sicherheitskontrolle überwunden – aus Versehen, wie sich später herausstellen sollte. Die Abfertigung musste sofort gestoppt werden, im Erdinger Moos startete stundenlang kein einziges Flugzeug mehr. Lindacher berichtet, dass die Flughafenpolizei die Sicherheit im T 2 aufrecht erhalten musste. Aber auch Wartende galt es zu betreuen. Gefordert waren die Beamten zudem auf den Zufahrten, auf denen der Verkehr teils zusammenbrach, und die von Rettungsmannschaften aus dem Umland genutzt wurden.

Dann war da noch ein geistig verwirrter 28-Jähriger, der Anfang November mit einem unterschlagenen Auto eine Schranke und ein Metalltor im Wartungs- und Frachtbereich durchbrach. Kurz darauf konnte er auf dem Vorfeld von Polizeikräften festgenommen werden. Für den Reisebetrieb hatte der Vorfall keine Folgen – der Tatort befindet sich auf einer anderen Seite als der Passagierbereich. Der Autofahrer kam in die Psychiatrie.

Ein fester Termin im Kalender der Flughafenpolizei ist die Münchner Sicherheitskonferenz Anfang Februar. Binnen weniger Tage müssen hunderte Staats- und Regierungschef sowie Diplomaten vom Flughafen in die Münchner Innenstadt gelotst werden. Dafür müssen mithilfe der Bereitschaftspolizei regelmäßig Straßen und Autobahnen in Richtung Landeshauptstadt gesperrt werden.

Lesen Sie auch: Mann pinkelt fröhlich in Flughafenhalle - dann kommt die Polizei und entdeckt Erstaunliches

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