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Landtag: Jakob Schwimmers Comeback

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Jakob Schwimmer (60)
      ist mit seiner CSU nichtimmer auf einer Linie. 
        Foto: fkn
Jakob Schwimmer (60) ist mit seiner CSU nichtimmer auf einer Linie. Foto: fkn

Erding/St. Wolfgang - Der CSU-Landtagsabgeordnete Jakob Schwimmer hat seine schwere Krebserkrankung überwunden. Jetzt will der 60-Jährige auf die Politbühne zurückkehren – streitbar wie eh und je.

Vor fast genau zwei Jahren begann der Leidensweg von Jakob Schwimmer. Im November 2007 zeichnete sich eine schwere Erkrankung ab, mitten im Landtagswahlkampf 2008 wurde Krebs festgestellt. Jetzt ist der Bürgermeister von St. Wolfgang wieder auf dem Damm. „Ja, ich lege wieder los“, bestätigte der CSU-Politiker bei einem Redaktionsbesuch. Im Landtag gehört er seit September 2008 dem Innen- und Kommunalausschuss an. „Das war immer mein Wunschressort. Jetzt bin ich zudem näher an den Themen dran, die auch meinen Stimmkreis Erding bewegen“, so Schwimmer.

Die Realisierung des S-Bahn-Ringschlusses hat er zu einem seiner Arbeitsschwerpunkte erkoren. Ende dieses, Anfang nächsten Jahres legt das Wirtschaftsministerium die konkreten Pläne vor – und dürfte damit den Startschuss für ein hartes Ringen geben. Schwimmer kündigt an, vor allem den Bund als Hauptgesellschafter der Bahn ins Visier zu nehmen. „Berlin muss sich endlich zu seiner Verantwortung bekennen. Das gilt insbesondere für alle Infrastrukturmaßnahmen rund um den Flughafen.“ Der Freistaat habe schon 50 Millionen Euro in das Ringschluss-Projekt investiert. „Jetzt ist der Bund dran“.

Schwimmer schlägt sich auch klar auf die Seite von Erdings Bürgermeister und Parteifreund Max Gotz. „Die oberirdische Trassenführung durch die Kreisstadt ist ein Schildbürgerstreich. Wir leben im 21. Jahrhundert“, sagt der Abgeordnete. Man könne nicht einen zweigleisigen Schienenkörper durch dicht besiedeltes Gebiet legen. Dass die Bahn entgegen früherer Aussagen nun auf eine höhengleiche Trassenführung pocht, hat für Schwimmer nur einen Grund: „Die haben gesehen, was das kostet.“

An seinem strikten Nein hält der Kommunalpolitiker beim Flughafen-Ausbau fest. „Ich halte die dritte Bahn für nicht erforderlich, und werde das auch in meiner Fraktion immer wieder deutlich machen.“ Allerdings warnt Schwimmer vor überzogenen Erwartungen. „Mit Freising stehe ich ziemlich alleine da, mal abgesehen von einigen SPDlern und den Grünen.“

Mit seiner eigenen Partei ist Schwimmer nicht immer auf einer Linie. Das momentane Hickhack und das Auftreten von Horst Seehofer nerven ihn gewaltig. „Der Ausgang der Bundestagswahl hat mich nicht wirklich überrascht“, gibt Schwimmer offen zu. „Wankelmütigkeit zahlt sich nicht aus.“ Kein Verständnis hat er auch für Seehofers Wahlkampf-Kritik an der FDP. „Die wurde ihm ebenso wenig abgenommen wie sein Sofortprogramm für die ersten 100 Tage nach der Wahl.“

Schwimmer will künftig mehr Präsenz an der Basis zeigen: „Die Bürgersprechstunden in der Erdinger CSU-Geschäftsstelle wird es wieder geben.“

(Hans Moritz)

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