Schock für die Beamten

Flughafen München: Schock bei Zollkontrolle - Frau reist mit totem Ehemann im Koffer

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Weil sie Teile der Überreste ihres verstorbenen Ehemanns in einem Koffer transportierte, verursachte eine Passagierin am Münchner Flughafen einen großen Aufruhr.

  • Am Flughafen München wurden menschliche Leichenteile in einem Koffer gefunden.
  • Eine Witwe wollte die Überreste ihres Ehemanns in ihr Heimatland überführen.
  • Die Witwe durfte mit ihrer Tochter trotz des Aufruhrs weiter reisen.

München - Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt“, sagt Christian Köglmeier. Er ist Pressesprecher bei der Bundespolizei am Flughafen München – und was die Kontrolleure am Montag dort in einem Koffer gefunden haben, konnten sie kaum glauben: In einer Holzkiste wurden Knochen und ein Schädel transportiert.

„Es war Umsteigegepäck, das automatisch durch eine mehrstufige Prüfung läuft“, erklärt Köglmeier. Gibt es Auffälligkeiten, dann kontrolliert ein Mitarbeiter das Gepäckstück noch einmal genau. Barhocker aus Elefantenfüßen, Aschenbecher aus Schildkröten oder gefährliche Waffen – es gibt viele skurrile Dinge, die Reisende im Koffer transportieren. Die Asservatenkammer des Zolls ist voll damit. Ein Skelett aber ist trotzdem auch für die Kontrolleure ungewöhnlich.

Skelettfund am Münchner Flughafen: „Eine Ärztin hat überprüft, ob es wirklich menschliche Knochen sind“

Nach dem Fund kamen sofort Beamte des Zolls sowie der Bundes- und der Landespolizei zur Reisegepäckkontrollstelle im Terminal 1. „Eine Ärztin hat überprüft, ob es wirklich menschliche Knochen sind“, sagt Köglmeier. Als das bestätigt war, suchten die Polizisten nach den Besitzern des Koffers.

Es stellte sich heraus, dass er einer 74-Jährigen gehörte, die gemeinsam mit ihrer 52-jährigen Tochter aus Griechenland eingereist war. Die Familie stammt aus Armenien, lebt aber in Thessaloniki. Jetzt wollten die beiden Frauen über München und Kiew in der Ukraine in die alte Heimat nach Jerewan in Armenien fliegen.

Der Röntgen-Scan des Koffers am Münchner Flughafen.

Warum sie einen Zwischenstopp in München machten? „Das hat wahrscheinlich keinen besonderen Hintergrund“, vermutet Köglmeier. „Flüge mit Zwischenstopps sind oft günstiger als Direktverbindungen.“ Außerdem seien wegen der Corona-Krise auch in Griechenland noch zahlreiche Flüge gestrichen.

Die Frauen gaben bei der Befragung auf der Wache an, dass die Knochen die Gebeine des bereits im Jahr 2008 verstorbenen Ehemanns beziehungsweise Vaters seien. Zunächst sei dieser in Griechenland in seinem Wohnort nahe Thessaloniki beigesetzt worden. Jetzt solle er in seinem Geburtsland in Armenien die letzte Ruhe finden.

„Die Frauen hatten einen Totenschein und griechische Dokumente dabei“, sagt Köglmeier. Die Polizei überprüfte diese Dokumente. „Sie waren echt“, erklärt Köglmeier. Auch die Staatsanwaltschaft in Landshut sah in dem Transport keine strafrechtliche Relevanz. Die beiden Frauen durften schließlich ihre Reise in den Kaukasus fortsetzen – zusammen mit den sterblichen Überresten des Mannes.

Überführungen dürfen nur von Bestattungsunternehmen durchgeführt werden

Dass Angehörige Verstorbene in ihrer alten Heimat beisetzen möchten, ist nicht ungewöhnlich. „Das kommt ab und zu mal vor“, sagt Thomas Meister vom Zollamt am Flughafen München (Erfahren Sie hier alles zur dritten Startbahn). In Deutschland gebe es dafür aber genaue Vorgaben. „Die Überführung dürfen nur Bestattungsunternehmen vornehmen“, erklärt Meister. „Sie muss vorher angemeldet werden.“ Die Gebeine von Toten würden normalerweise in einem Sarg über das Frachtgepäck transportiert. „Die Polizei wird informiert und überprüft, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist“, sagt Meister. So werde ausgeschlossen, dass mit der Überführung eine Straftat, etwa ein Mord, verdeckt werden soll.

Auch wer eine Urne im Flugzeug mitnehmen möchte, muss sich vorab an den Bestatter wenden, um eine Genehmigung dafür zu bekommen. „Ob man die Urne dann im Koffer oder im Handgepäck mitnimmt, ist den Fluggesellschaften meistens egal“, sagt Meister. Claudia Schuri

Nicht ganz so schockierend aber dennoch außergewöhnlich war ein Fund, den Zollbeamte im Juni und Juli am Flughafen München machten. In Eimern aus Bulgarien fanden sie insgesamt sechs Kilogramm Dopingmittel. Sogar der Zoll war erstaunt - „Menge sehr außergewöhnlich“ .

Der Flughafen München gilt als sozial großzügiger Arbeitgeber - auch aufgrund der Anteilseignung des Staates. Corona zwingt die FMG jedoch zu einer „Anpassung der Personalsituation“.

Rubriklistenbild: © Polizei

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