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Eine Maschine von TUI-Fly. 

Urlaubs-Jet musste umkehren

Nach Odyssee am Münchner Flughafen: Passagiere erheben schwere Vorwürfe gegen TUI-Fly

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Erst ein Defekt an der Flugzeug-Tür, dann fast 16 Stunden Wartezeit am Münchner Flughafen: Viele der 200 Fluggäste sind verärgert. Nun meldet sich die verantwortliche Airline zu Wort. 

München - Der Start in den Urlaub wurde für rund 200 Passagiere am Samstag zum nicht enden wollenden Alptraum. Nachdem ihre TUI-Fly-Maschine am Flughafen München in Richtung Palma de Mallorca wegen eines Defekts an der Fronttür umkehren musste, saßen sie stundenlang auf dem Flughafen fest. Nun äußerte sich TUI-Fly zu dem Vorfall.

„Zunächst einmal muss klar gestellt werden, dass nicht die Tür des Flugzeugs defekt war, sondern dass es ein Problem mit der Dichtung gab - sonst hätte der Flieger gar nicht erst starten können“, sagt Aage Dünhaupt, Leiter der Unternehmenskommunikation von TUI-Fly.

Updates kamen nur über Anzeigetafeln

Dass sich die Dichtung an der Tür der Boing 737-800 verzogen hatte, sei erst während des Fluges klar geworden, da es an dieser Stelle auffällig laut und kalt gewesen sei, erklärt Dünhaupt. Eine Gefahr für die Fluggäste habe aber nicht bestanden. 

Doch auch nach der Landung gingen die Probleme weiter: Die Fluggäste warteten stundenlang auf Informationen zu ihrem nächsten Flug. Updates erhielten sie fast ausschließlich über die elektronischen Anzeigetafeln. Panik breitete sich vor allem unter den Reisenden aus, die bis 22 Uhr ihr Kreuzfahrtschiff Aida erreichen mussten.

Bei vielen Passagieren lagen die Nerven blank

„Natürlich haben die Techniker versucht, die Dichtung so schnell wie möglich auszutauschen. Doch da TUI-Fly keine eigene Technik-Abteilung vor Ort hat, hat die Reparatur gedauert“, so Dünhaupt. 

Wie der Münchner Flughafen der Redaktion bestätigte, konnten die Fluggäste den Flug letztendlich mit beinahe 16-stündiger Verspätung antreten. 

Bei vielen Wartenden lagen die Nerven nach der langen Wartezeit blank: „Man hat uns komplett alleine gelassen“, berichtet Fluggast Stefanie N., die sich aufgrund der Online-Berichterstattung per E-Mail bei der Redaktion meldete. 

Entladen der Koffer dauerte zu lange

„Nur durch Zufall haben wir erfahren, dass es um 14:40 einen Vollcharter für TuiCruises gibt. Wir hätten sogar noch Plätze in diesem Flieger gehabt aber TUi-Fly war nicht in der Lage, unsere Koffer innerhalb von 1,5 Stunden zu entladen“, so die Passagierin.

Obwohl sie ihr Kreuzfahrtschiff erreichen mussten, habe sich sich TUI-Fly laut der Passagierin nicht bevorzugt um die Reisenden gekümmert. „TUI-Cruises war sehr hilfsbereit. Von TUI-Fly kann man das beim besten Willen nicht behaupten“, erklärt sie weiter. 

Wartende ärgern sich über „Informationspolitik“ 

„Wir haben versucht, für die Fluggäste so schnell wie möglich Umbuchungen vorzunehmen. Dabei gilt die Regel ‚Passagier vor Gepäck‘“, äußert sich der Leiter der Unternehmenskommunikation von TUI-Fly zu den Vorwürfen.

Auch Jürgen G., der sich ebenfalls bei der Redaktion meldete, ist verärgert: „Flieger können kaputt gehen, aber diese Informationspolitik der TUI-Fly ist nicht akzeptabel. Ich habe den Eindruck, dass die gar nicht informieren wollen!“

Markus Raven (42), Küchenchef aus München, musste ebenfalls stundenlang am Flughafen ausharren - er landete schließlich um 0.30 Uhr in Palma. 

TUI-Fly: „Verbesserungsbedarf“ in der Kommunikation

Dünhaupt räumt ein, dass es „Verbesserungsbedarf“ in der Kommunikation mit den Fluggästen gebe. „Die Airlines versuchen in solchen Fällen alles, was möglich ist - aber es gibt einfach wenig Ressourcen für die Kommunikation.“ TUI-Fly werde den Fall noch einmal nachprüfen. 

Die Fluggäste haben, so Dünhaupt, nach ihrer Odyssee zwar ein Anrecht auf Entschädigung - doch bei vielen dürfte der Ärger über diesen verpatzten Urlaubsbeginn überwiegen.

Ein weiterer Fluggast, der sich als Reaktion auf die Berichterstattung bei tz.de* meldete, sagt jetzt sogar: „Nie mehr TUI!“ Laut seinen Angaben hätte die Airline nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebenen  Hinweise auf die Fluggastrechte freiwillig herausgegeben. 

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

nema

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