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Der unglückliche Urlauber: Robert Sauter (62).

6000 Kilometer Umweg

Münchner landet nach 26 Stunden endlich auf Madeira - „Es war der Horror“

Er saß neun Stunden im Flugzeug und ist trotzdem nicht am Ziel. Für einen Münchner (62) hat sich der Flug in den Urlaub in einen Alptraum verwandelt. So lange dauerte seine Odyssee.

Update vom 28. März 2019: Nach einer Odyssee im Flieger können die Ferien doch noch für Robert Sauter beginnen. Der 62-Jährige und seine Frau verbrachten allein am Dienstag neun Stunden im Flugzeug, um nach Madeira zu fliegen – und landeten in Köln. Am Mittwochabend erreichte uns dann eine gute Nachricht: Der zweite Anflug ist geglückt – das Ehepaar ist endlich am Ziel angekommen. Und das knapp 26 Stunden später als geplant …

„Es war der Horror“ - Münchner landet nach neun Stunden-Flug in Köln statt auf Madeira

Die News vom 27. März 2019:

München - Barbados, Peking oder New York: Diese Ziele kann man von München aus in neun Stunden Flugzeit erreichen. Auch Robert Sauter saß neun Stunden lang im Flugzeug. Er startete in München – und landete in Köln. Rund 6000 Kilometer Umweg inklusive. Sein eigentliches Ziel war die portugiesische Insel Madeira. 

„Es war der Horror“, sagt der 62-jährige Münchner, als wir ihn telefonisch erreichen. Mittwochmittag – da sitzt er gerade in einem Hotel in Königswinter bei Köln. Dort hat TUIfly ihn und seine Frau einquartiert.

Der TUI-Flieger kreiste schon über Madeira

Dass das Paar die Nacht in NRW und nicht auf der Insel im Atlantik verbringen würde, damit hatte zu Beginn der Reise am Dienstagnachmittag niemand gerechnet. Zunächst läuft ja auch alles nach Plan: Der Flieger aus München ist nur leicht verspätet, um 21 Uhr kreist er über Madeira. Dann aber die Durchsage des Piloten: Zu viel Wind, die Maschine muss umkehren, nach Faro aufs portugiesische Festland. Die Türen bleiben dort nach der Landung gegen Mitternacht aber geschlossen: Das Flugzeug lege nur einen Tankstopp ein, danach gehe es nach Köln weiter, heißt es von der Crew. „Da haben sich ungute Szenen abgespielt“, sagt Sauter.

Video: So müssen Piloten in der Luft mit dem Wetter umgehen

Fiasko im Ferienflieger - Urlauber erhebt schwere Vorwürfe gegen TUIfly

Er fordert eine Stewardess auf, ihn in Faro aussteigen zu lassen. „Ich habe mich meiner Freiheit beraubt gefühlt. Die Flugbegleiterin aber hat mir sofort mit der Polizei gedroht“, sagt er. Die weiteren drei Stunden Flug nach Köln (wo es keine Nachtflugbeschränkung gibt) lässt er dann über sich ergehen. Doch das Ferien-Fiasko geht dort weiter: Kein TUIfly-Vertreter habe sie empfangen, ärgert sich Sauter. Stattdessen zeigt ein Sanitäter den Urlaubern den Weg zu den Bussen. Es geht ins Hotel in Königswinter, wo Robert Sauter und seine Frau um vier in der Früh im Zimmer sind.

Die portugiesische Insel Madeira liegt im Atlantik. 

Die kurze Nacht und der Fakt, dass auch am nächsten Morgen kein Airline-Vertreter im Hotel auftauchte, schlagen auf Sauters Laune: „Das ist einfach nur schäbig“, schimpft er. Keine Mail, kein Anruf, keine SMS – nur ein Aushang in der Hotellobby habe darauf hingewiesen, wann die Busse zum Flughafen abfahren. Ein erneuter Flug nach Madeira war gestern für 17 Uhr eingeplant – Ankunft nach Redaktionsschluss unserer Zeitung.

Alptraum Flug: Das sagt TUI zu Köln statt Madeira

Fünf TUI-fly-Maschinen hätten am Dienstag nicht auf Madeira landen können, sagt ein Sprecher der Airline. Weil schon zwei Flieger in Faro blieben und dort alle Hotels ausgebucht waren, habe Sauters Maschine nach Köln gemusst. Den anderen Zwischenfällen gehe die Airline nach, heißt es. Aber es geht wohl noch schlimmer: „Es gab schon welche, die zwei Mal umkehren mussten“, so der Sprecher. Wir drücken die Daumen...

Köln statt Madeira.


Wegen einer kaputten Tür im Mallorca-Flieger musste eine Maschine schon mal umkehren. Doch dann saßen die Passagiere 16 Stunden fest.

Den Fug mit einer Boeing 737-800 werden Ägypten-Urlauber wohl auch so schnell nicht vergessen

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Familie Kubick entspannte in diesem Sommer auf Mallorca. Die Rückreise avancierte jedoch zu einem regelrechten Alptraum. Denn von der Urlaubsinsel bis nach München benötigte das Quartett zehn Stunden.

Stephanie Mercier

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