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Im Erdinger Klinikum wurde die Frau untersucht. Es konnte keine gravierende Erkrankung festgestellt werden.

Asylbewerberin (20) muss mit dem Bus allein zurück nach Berlin

Nach Klinikaufenthalt gestrandet

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Für reichlich Wirbel gesorgt hat die letztlich gescheiterte Abschiebung einer 20 Jahre alten Afghanin. Die Polizei soll die junge Frau am Mittwoch nach einem Klinikaufenthalt einfach sich selbst überlassen haben. Doch die Kritik daran dürfte ins Leere gehen.

Erding/Flughafen - Am Mittwoch gegen 23 Uhr war die Afghanin von der Berliner Polizei aus ihrer Wohnung geholt worden. In der Nacht wurde sie von Beamten 600 Kilometer weit an den Münchner Flughafen gefahren. Dort hätte sie im Rahmen des Dublin-Abkommens ins süditalienische Bari geflogen werden sollen. Doch so weit sollte es nicht kommen.

Bundespolizeisprecher Christian Köglmeier berichtet: „Die Frau wurde bis in den Flieger gebracht. Dort setzte sie sich erst hin und schnallte sich an. Plötzlich löste sie den Gurt wieder und fiel auf den Gang.“ Ein zufällig in der Maschine sitzender Arzt nahm sich ihrer an, konnte aber keinerlei Erkrankung feststellen. Die Beamten, so Köglmeier, trugen sie ins Terminal zurück. Dem Medizinischen Dienst des Airports erklärte die Frau, dass ihr übel sei.

Sicherheitshalber fuhr ein Rettungswagen die 20-Jährige ins Klinikum Erding, die Berliner Polizei hinterher. Die Ärzte konnten sie nach einer Begutachtung in der Notaufnahme wieder entlassen.

Damit begann für die Frau eine Odyssee, für die ein Arzt des Klinikums, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, die Bundespolizei verantwortlich macht. Er berichtet, dass die Beamten der Frau eröffnet hätten, dass sie nun doch nicht abgeschoben werde. Sie drückten ihr 30 Euro in die Hand und fuhren zurück nach Berlin.

Der Mediziner kritisiert, dass die Polizei die Asylbewerberin zurückgelassen habe. „Die wusste noch nicht einmal, wo sie ist.“ Schließlich fuhr er sie selbst zum Busbahnhof nach München, von wo aus sie die Reise nach Berlin antrat.

Die Bundespolizei weist jegliche Verantwortung von sich, zumal sie nur für die Begleitung am Airport zuständig sei. „Es handelte sich um eine freiwillige Ausreise, es war keine Abschiebegefangene. Deswegen konnten wir sie nach dem verpassten Rückflug auch nicht einfach einsperren“, so Köglmeier. Im Gegenteil. „In solchen Fällen muss die Rückführung neu aufgerollt werden. So lange kann sich ein Flüchtling frei bewegen.“ Die Berliner Kollegen hätten korrekt gehandelt, denn eine erneute Fahrt im Polizeiauto wäre schon aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht zulässig gewesen, so Köglmeier. Die 30 Euro habe sie erhalten, um mit dem Fernbus zurück in ihre Unterkunft fahren zu können.

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