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Bitte einsteigen: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (r.) und Flughafenchef Michael Kerkloh in einem elektrischen Pritschenwagen der TU München, der klimafreundliche Mobilität selbst in Schwellenländer bringen könnte. Im Rückspiegel: Kilian Steiger vom Kompetenzzentrum bayern design der Staatsregierung. 

Neue Ausstellung am Flughafen

Versöhnung von Mobilität und Klimaschutz

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Neue Konzepte für Mobilität, Sport- und Gesundheitskonzepte

Flughafen – Mit der Mobilität von morgen befasst sich eine Ausstellung, die noch bis Ende Februar auf der Abflugebene des Terminals 2 am Münchner Flughafen zu sehen ist. Forscher und Institute stellen in der Schau „Simply Move“ nicht nur Wege aus der Verkehrslawine vor, sondern auch Konzepte für Mobilität in Schwellenländern sowie innovative Sport- und Gesundheitskonzepte.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Design. Die insgesamt fünf Ausstellungen bis 2020 präsentieren die Flughafen München GmbH und bayern design, das Kompetenzzentrum für Gestaltung des Freistaats Bayern.

Wie Mobilität scheitern kann, bewies bei der Eröffnung ein junger Bub. Wegen glatter Straßen fuhr sein Schulbus nicht, der Junior durfte seinen Vater zur Vernissage begleiten. Dort erfuhren er und viele andere Gäste, wie man sich vielleicht in ein paar Jahren fortbewegt.

In den vergangenen Monaten ist viel über Flugtaxis gegen den Verkehrsinfarkt gelästert worden. Dabei gibt es sie schon. In Simply Move stellt das Unternehmen Lilium ein senkrecht startendes Kleinflugzeug mit fünf Sitzen und Elektroantrieb vor. So kann es selbst in dicht bebauten Städten starten und landen – und dann mit 300 Kilometern pro Stunde entschwinden.

An eine ganz andere Zielgruppe richtet sich das aCar der Technischen Universität München. Äußerlich erinnert der Pritschenwagen an einen etwas amateurhaft nachgebauten Unimog. Auch dieses Fahrzeug mit Allradantrieb bewegt sich mit Strom fort, die Grundversorgung liefern Solarzellen auf dem Dach der Fahrerkabine. Die TU denkt nicht nur an heimische Winzer und Landwirte, sondern auch an eine Verbreitung in Schwellenländern. Wegen seiner einfachen Konstruktion lässt es sich ohne großes Fachwissen selbst reparieren.

BMW stellt im Terminal 2 ein voll digitalisiertes und vernetztes Motorrad vor, das dank künstlicher Intelligenz seinen Fahrer kennt, ihn an seine Termine erinnert und die kürzeste Route wählt.

Auf sportliche Freizeitaktivisten wartet das ePaddle, das an den Stab eines Gondoliere erinnert, aber über einen Elektromotor verfügt, der einen Skater mit bis zu 50 km/h dahin flitzen lässt. Seine Parallele zum senkrecht startenden Flugzeug: Der Einsatz im Alltag „ist rechtlich noch eine Grauzone“, wie einer der Tüftler zugeben musste.

Ums Design geht es auch in der Gesundheitsbranche. Simply Move stellt Prothesen und Orthesen aus dem 3D-Drucker vor. Der Patient wählt daheim am Tablet sein Wunschhilfsmittel aus, das dann individuell gefertigt und angepasst wird.

Kilian Steiner von bayern design wies darauf hin, dass die Region München als Design-Standort hinter London und Paris europaweit auf Platz drei liege. „Hier werden weltweit Standards gesetzt, die wir in dieser Ausstellungen und den vier folgenden vorstellen werden“, so Steiner. Design sei einer der Innovationstreiber der heutigen Zeit. „Wir müssen die Zukunft entwerfen, anstatt sich ihr anzupassen.“ Deshalb darf in der Ausstellung der am Flughafen im Aufbau befindliche Innovations- und Hochtechnologie-Standort LabCampus nicht fehlen.

Flughafenchef Michael Kerkloh forderte ein, dass Innovationen nachhaltig sein müssten. Das lebe man auch am Airport, der bis 2030 klimaneutral sein wolle – und das zu 60 Prozent durch eigene Vorhaben. Der Flughafen mit bis zu 160 000 Reisenden täglich sei die ideale Plattform für diese Ausstellung.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte, bei künstlicher Intelligenz stehe man erst am Beginn. Was heute noch Visionen und Utopien seien, könne morgen schon Realität sein. „Diese Ausstellung zeigt, dass durch Vernetzung Mobilität und Klimaschutz kein Widerspruch mehr sein müssen.“

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