Neue Studie könnte Bahnausbau beflügeln

Flughafen - Gibt es demnächst mehr Geld für den Schienenausbau? Gundlage könnte eine neue Schienen-Flugzeug-Studie bilden.

Bahn und Flugzeug sind zumindest auf der Kurzstrecke direkte Konkurrenten. Umso verwunderlicher ist, dass sich Flughafenchef Michael Kerkloh für einen Schienenausbau ausspricht - auch um Flugverbindungen etwa nach Stuttgart oder Nürnberg überflüssig zu machen. Dies erklärte der FMG-Geschäftsführer am Montag im Berliner Bahn-Tower gemeinsam mit DB-Boss Rüdiger Grube und Klaus-Peter Siegloch vom Luftverkehrsverband.

Kerkloh denkt nämlich weiter: Langfristig könnten im Erdinger Moos Passagierzahlen und Flugzeugbewegungen gesteigert werden, wenn der Airport besser an ein dichteres Schienennetz angebunden ist. Besonderen Wert legt er auf den Anschluss an die transnationalen Hochgeschwindigkeitsnetze und den ICE. Zudem kämpft er schon lange um den S-Bahn-Ringschluss und die Regionalbahnanbindung via Walpertskirchener Spange an die Route München - Mühldorf - Freilassing.

Kerkloh sieht sein Anliegen nach Veröffentlichung einer neuen Studie des Instituts Intraplan im Aufwind. Es handelt sich um eine Expertise im Auftrag der Bahn, mehrerer Flughäfen und der Lufthansa unter Begleitung des Bundesverkehrsministeriums. Sie beziffert den zusätzlichen volkswirtschaftlichen Nutzen aus der Vernetzung von Schiene und Luft. Der Mehrwert resultiert aus der Verlagerung von Straßenverkehr auf die Schiene, einer Verkürzung der Reisezeiten, zusätzlichen Beschäftigungseffekten, der Vermeidung von Umsteigevorgängen sowie der Reduzierung des CO2-Ausstoßes.

Der neu untersuchte Zusammenhang, berichtet FMG-Sprecher Ingo Anspach, wurde schon bislang im Schienen-Bedarfsplan berücksichtigt - bislang mit jährlich 106 Millionen Euro. Das Büro Intraplan geht nun von 268 Millionen aus.

Das ist Wasser auf die Mühlen Kerklohs. Denn mit der Neubewertung der volkswirtschaftlichen Effekte verbessern sich auch die Kosten-Nutzen-Effekte für die Walpertskirchener Spange und den im Feuer stehenden Ausbau der Strecke München - Mühldorf - Freilassing einschließlich Elektrifizierung. Letztere ist Voraussetzung für den Anschluss des Münchner Flughafens an das DB-Netz.

Michael Odenwald, designierter Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, nennt die Intraplan-Studie einen „wichtigen Beitrag für die mit dem neuen Bundesverkehrswegeplans 2015 anstehenden Entscheidungsprozesse. Odenwald sicherte eine Überarbeitung der bestehenden Pläne zu.

(ham)

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