+
So sieht die Verkehrsführung über den neuen Zubringer Ost an den Flughafen aus.

Ab heute für den Verkehr frei – 30 Millionen Euro für sechs Kilometer Straße

Neuer Flughafenzubringer: Auf vier Spuren durchs Nadelöhr

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Der Flughafen verfügt über eine komplett neue Verkehrsanbindung von Osten. Wer von den Autobahnen A 92 und A 94 zu den Terminals will, kommt künftig auch bei viel Verkehr deutlich schneller ans Ziel.

Flughafen – Ab dem heutigen Donnerstag rollt der Verkehr über den neuen Südring. Ganz beseitigt ist die Staufalle aber erst, wenn auch die Flughafentangente Ost (FTO) vierspurig ausgebaut ist. Das wird noch einige Jahre dauern.

So mancher Kommunalpolitiker im Landkreis Erding blickt neidvoll in Richtung Flughafen. Denn dort werden Infrastrukturprojekte recht zielstrebig geplant – und vor allem dann auch durchgezogen. Das gilt auch für den neuen Zubringer Ost. Von der FTO schleift die Erdinger Allee (Staatsstraße 2584) ab, allerdings ab sofort mit je zwei Richtungsfahrbahnen. Vor allem morgens stockte der Verkehr ab Erding bis zum Flughafen, da an der Erdinger Allee auch die Pendler aus Richtung A 92 hinzukamen. Der Ausbau verdoppelt die Kapazität.

Auf Höhe der Anschlussstelle Schwaig/Kreisstraße ED 5 hat der Autofahrer zwei Möglichkeiten: Er kann nach Nordosten in Richtung Nordbahn fahren, etwa um schnell zur A 92 und zur A 9 zu gelangen. Oder er nutzt den neuen Südring, über den sich kreuzungsfrei die beiden Terminals anfahren lassen. Zur OMV-Tankstelle führt jetzt eine eigene Zufahrt, sie ist nun nicht mehr ganz so leicht erreichbar. Der Südring führt am im Bau befindlichen neuen Vorfeld Ost vorbei, an dem auch die neuen Mietwagenspeicher liegen.

Während der zweieinhalbjährigen Bauzeit sind sechs Kilometer neue Straßen und vier Brückenbauwerke entstanden. In diesem Zuge wurden nach FMG-Angaben rund 222 000 Kubikmeter Erde bewegt, was 22 000 Lkw-Fuhren entspricht. Flankierend hat die FMG drei Hektar Grünflächen neu angelegt und rund 7500 Gehölze gepflanzt. Gekostet hat der neue Ost-Zubringer rund 30 Millionen Euro – und ist im Zeit- und Kostenrahmen geblieben.

Flughafenchef Jost Lammers wertet das Vorhaben als „wichtigen Meilenstein bei der Verbesserung der Anbindungsqualität des Airports“. Die Staus im Osten hätten nun hoffentlich ein Ende. FMG-Aufsichtsratschef und Finanzminister Albert Füracker wird grundsätzlich: „Die bessere Anbindung hilft dem Flughafen, nach der Krise durchstarten zu können.“

Und auch in Erding begrüßt man die neuen Straßen: „Ich freue mich, dass es ein Stück weit besser gelungen ist, das Umland an den Flughafen anzubinden und den Verkehrsfluss, besonders zu den Stoßzeiten, zu entzerren“, so Landrat Martin Bayerstorfer. Für ihn es aber nur ein Etappenziel: „Ich bin zuversichtlich, dass sich mit dem geplanten S-Bahn-Ringschluss noch weitere Verbesserungen erzielen lassen, wenn der Verkehr zusätzlich von der Straße auf die Schiene verlagert wird.“

Vor allem der vierspurige Ausbau der Erdinger Allee setzt den Freistaat beim Ausbau der Tangente unter Zugzwang. Sie droht nun erst recht zum Flaschenhals zu werden. Der vierspurige Ausbau zwischen der Erdinger Allee und Erding-Nord ist beschlossene Sache. Derzeit wird der Abschnitt Erding-Mitte und Erding-Süd dreispurig ausgebaut – bis Herbst 2021. Danach rollen die Bagger in Richtung Norden weiter. Einige Jahre droht hier noch eine Staufalle.

ham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare