Passagierrekord: München knackt die 38-Millionen-Marke

Flughafen - Knapp 38,4 Millionen Passagiere zählte die Flughafen München GmbH (FMG) im Jahr 2012. Das sind 600 000 Fluggäste beziehungsweise 1,6 Prozent mehr als 2011.

Dies meldete die FMG gestern. Zudem bestätigte sie den Rückgang bei der Zahl der Flugbewegungen, den die Deutsche Flugischerung vergangene Woche auf 2,9 Prozent beziffert hatte (wir berichteten).

Im Februar vergangenen Jahres hatte Flughafenchef Michael Kerkloh noch gehofft, die Zahl der Starts und Landungen auf dem Niveau von 2011 halten zu können. Bei den Fluggästen war er von einem Plus von drei Prozent ausgegangen. Die Luftfahrtkrise im zweiten Halbjahr kam dazwischen. Dennoch rettete der Airport das Passagierplus über das Jahr, feierte damit einen neuen Jahresrekord und liegt mit dem Wachstum über dem bundesweiten Durchschnitt, der aber laut FMG-Sprecher Ingo Anspach wegen der fehlenden Endstatistik noch nicht ganz präzise beziffert werden kann. Für das laufende Jahr rechnet Anspach „mit einer moderaten Entwicklung“. Soll heißen: Wenn überhaupt Wachstum, dann minimal.

Rückläufig war bereits heuer die Zahl der Flugbewegungen. 398 039 Starts und Landungen zählte die FMG 2012. Das sind 2,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor (409 956). Ein Argument gegen die dritte Startbahn sei dies aber nicht. „Die von den Airlines in München vorgenommenen Streichungen beziehen sich fast ausschließlich auf die nachfrageschwachen Zeiten“, meldet die FMG. In den Hauptverkehrszeiten gebe es weiterhin keine freien Start- und Landefenster für zusätzliche Flüge. „Die anhaltenden Kapazitätsengpässe im Start- und Landebahnsystem machen weder zusätzliche Verbindungen in den stark nachgefragten Zeiten noch die Ansiedlung neuer Airlines in München möglich“, sagte Flughafenchef Kerkloh. Die Nachfrage der Fluggesellschaften könne schon heute nicht mehr befriedigt werden.

Der erreichte Passagierzuwachs basiert laut FMG auf der überdurchschnittlichen Steigerung im Europaverkehr: Knapp 23 Millionen Fluggästen bedeuten ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem die Flüge nach Osteuropa boomen, sagte Kerkloh der Heimatzeitung. Rund 5,7 Millionen Passagieren bescherten der FMG zudem eine Steigerung von 1,0 Prozent im Interkontinentalverkehr. Innerdeutsch waren 2012 rund 9,6 Millionen Reisende unterwegs, und damit zwei Prozent weniger als im Vorjahr.

Im Bereich der Luftfracht bekam der Flughafen die Krisen in Ländern wie Spanien, Griechenland oder England zu spüren. „Insgesamt wurden über 272 000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen“, meldet die FMG. Zusammen mit dem Luftpostaufkommen summiere sich die geflogene Fracht auf ein Cargo-Ergebnis von über 290 000 Tonnen. Dies ist ein Rückgang von vier Prozent gegenüber 2011. pir

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