Pilot und Journalist Heimo Kandler will keine dritte Bahn. Notfalls reiche jedoch eine kürzere Piste. Foto: fkn
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Pilot und Journalist Heimo Kandler will keine dritte Bahn. Notfalls reiche jedoch eine kürzere Piste.

Erörterungstermine in Unterschleißheim

Pilot beantragt Stopp aller Pistenpläne

Flughafen München - Die Prognosen zur Entwicklung der Passagierzahlen, die Kapazität der möglichen Flugbewegungen pro Stunde und alternative Start- und Landebahnen standen am Donnerstag im Ballhausforum in Unterschleißheim im Mittelpunkt der Erörterungstermine zum Bau der dritten Bahn.

Heimo Kandler, Berglern: Der Privatpilot und Journalist kritisierte bei der Veranstaltung im Ballhausforum in Unterschleißheim, dass der Bedarf für eine weitere Bahn durch Zuwachs an Umsteigern erzielt werde. „Als Umsteigebahnhof wurde der Flughafen nicht geplant. Umsteiger bringen keinen Vorteil für die Region, sondern nur Belastungen“, so Kandler. Durch eine gesamteuropäische Luftverkehrsplanung unter Einbeziehung der Flughäfen Frankfurt und Berlin sowie im benachbarten Ausland Paris, London, Mailand und Amsterdam sei es möglich, den reinen Umsteigeverkehr im Erdinger Moos zu reduzieren.

Heute schon sei es möglich, durch eine verbesserte Verkehrsflussoptimierung die vorhandenen Kapazitäten der beiden Bahnen besser zu nutzen. „Eine dritte Bahn führt aber zu noch mehr und künstlich generiertem Umsteigeverkehr“, so Kandler. Er stellte den Antrag, den Bau der Bahn abzulehnen. Hilfsweise beantragte er, eine neue Bahn kürzer zu bauen, maximal 2800 Meter lang, die völlig ausreichend für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge sei. Eine 4000 Meter-Bahn sei für Langstreckenflugzeuge, die überwiegend Umsteiger einsammeln würden.

Martin Widhopf, Pulling: Seit 1965 lebt er in dem jetzigen Stadtteil der Kreisstadt Freising. „Etwa 1280 Einwohner lebten dort. Es war ein großes Baugebiet für 5000 Einwohner geplant und ausgewiesen, das nach der Planfeststellung des Flughafens nicht realisiert wurde. Pulling ist ein sterbender Ortsteil, in dem keine Entwicklung mehr stattfindet. Immer noch leben dort nur knapp 1300 Einwohner“, führte Widhopf an. Er verwies darauf, dass sich die Flughafen München GmbH (FMG) am 16. Oktober 1981 gegenüber der Regierung von Oberbayern schriftlich verpflichtet hatte, auf den Bau einer dritten Bahn zu verzichten, und beantragte eine entsprechende Änderung der Planfeststellung. Wiedhopf stellte den Antrag, dass diese Verzichtserklärung erneuert werden solle.

Helmut Weise, Röhrmoos: Die von den Gutachtern aufgestellten Prognosen nannte er eine Milchmädchenrechnung. „Flugbenzin wird mit Sicherheit künftig besteuert, die Kerosinpreise werden steigen, weil das Rohöl knapp wird. Schon jetzt werden kleinere Flughäfen in Ostdeutschland zum Kauf angeboten, weil dort kaum noch einer fliegt. Gebaut wurden sie, weil die Prognosen für diese Flughäfen entsprechend waren. Warum sollen wir nun den Gutachten für den Moos-Airport glauben?“ wollte Weise wissen und stellte den Antrag, die vorliegenden Gutachten zurückzuziehen und neue auf der Basis aktueller Zahlen von unabhängigen Experten erstellen zu lassen.

Werner Brand, Freising: Er regte an, Geschäftsflugzeuge in Oberpfaffenhofen starten und landen zu lassen und dadurch die vorhandenen zwei Bahnen zu entlasten. Ferner könnten Kurzstreckenflüge beispielsweise nach Nürnberg oder Stuttgart entfallen, wenn der Flughafen eine Fernbahnanbindung hätte. „Die dritte Bahn wäre dann nicht notwendig“, so Brand. Sein Antrag: Die Länge der neuen Bahn reduzieren, damit keine Großflugzeuge starten und landen können.

Bernhard Müller, Freising: Der engagierte Christ ging auf die Aktivitäten im Rahmen der Aktion Lichterzeichen ein. 24 000 Teilnehmer seien inzwischen bei den 115 Prozessionen gewesen. „Nehmen sie Kenntnis davon und verabschieden sie sich von dem menschenverachtenden Vorhaben“, forderte er.

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